Gemeinsam für eine bessere Welt

Gemeinsam leuchten.

Christin Prizelius | 05.01.2026 | „Gemeinsam leuchten” — Interview mit Susanne Schindler | © Susanne Schindler

Licht zu entfachen — in Menschen, Unternehmen und der Welt, ist das Motto von Susanne Schindler. Als Co-Founder von Pure Creation und Pure & Positive glaubt sie an an eine Wirtschaft, die wirkt, und an Menschen, die wieder frei handeln, verbunden leben und mutig vorangehen. Nach über 20 Jahren in Marketing, Leadership und digitalen Transformationsprozessen weiß sie: Unternehmen wachsen nur dann kraftvoll, wenn sie Sinn, Menschlichkeit und klare Haltung miteinander verbinden. Sie sagt: „Mit Pure & Positive gestalten wir eine Plattform und Bewegung für Hoffnung, Menschlichkeit und neue Gemeinschaft. Wir zeigen lösungsorientierte Unternehmensgeschichten und verbinden Strategie, Storytelling und positive Markenkommunikation. Denn Wandel beginnt dort, wo Menschen sich erinnern, wofür sie stehen.”

Liebe Susanne, deine bisherige Karriere ist von beeindruckender Vielfalt geprägt. Bitte nimm uns ein bisschen mit auf deinen Weg. Wie kam es zu dem, was du heute machst? Was war der entscheidende Moment oder die größte Motivation, die dich dazu gebracht hat, einen neuen beruflichen Weg einzuschlagen?

Ich war viele Jahre in Führungspositionen im Marketing tätig: bei Mercedes-Benz und in großen Medienhäusern. Lange Zeit war mein Lebensmotto: höher, schneller, weiter. Ich habe große Teams geführt, viel Verantwortung getragen und sehr gut verdient, aber innerlich etwas verloren: mich selbst. Der Wendepunkt kam, als mein Vater und 20 Jahre später meine Schwester beide mit Mitte 40 an Krebs starben. Es hat in mir eine Unsicherheit ausgelöst, selbst nicht alt zu werden, aber noch viel mehr eine Frage: Wofür verbringe ich meine Zeit wirklich? Möchte ich wirklich die nächsten 20 Jahre so weiterarbeiten? Als ich erkannte, dass selbst die nächste Gehaltserhöhung mich nicht mehr motiviert, habe ich umgedacht.

„In den letzten zwei Jahren komme ich nach und nach wieder bei mir selber an, lerne mich neu kennen und fühle mich so frei wie noch nie. Die Zeit war schwer — ich habe alles verloren, was ich früher so sehr gewollt hatte. Es war mein Weg zu mir zurück.”

Was war das schwierigste Projekt oder die größte Herausforderung, der du dich bisher gestellt hast, und welche wichtigste Lektion hast du daraus gelernt?

Die größte Herausforderung war, “JA” zu mir zu sagen mit allen Konsequenzen. Ich dachte immer, ich sei egoistisch, wenn ich Entscheidungen für mich treffen würde. Ich gebe gerne und bin da für die Menschen, die ich liebe. Dabei habe ich — vor allem nachdem ich Mutter wurde — mich selbst vergessen. Ich habe nur noch funktioniert und dabei verlernt, selbst zu leben, meine Bedürfnisse zu sehen und zu erfüllen. Während dieser Erkenntnis habe ich mein Leben, das ich mir 20 Jahre lang aufgebaut hatte, wieder eingerissen, weil es einfach nicht zu mir passte: Ich habe meinen Job gekündigt, um mich selbständig zu machen, wir haben unser Eigenheim verkauft und sind ausgewandert und ich habe mich von meinem Mann getrennt. In den letzten zwei Jahren komme ich nach und nach wieder bei mir selber an, lerne mich neu kennen und fühle mich so frei wie noch nie. Die Zeit war schwer — ich habe alles verloren, was ich früher so sehr gewollt hatte. Es war mein Weg zu mir zurück.

Wenn du die Möglichkeit hättest, die Entwicklung unserer Branche in den nächsten fünf Jahren in eine bestimmte Richtung zu lenken – welche wäre das, und warum?

Ich wünsche mir eine Wirtschaft mit Sinn. Unternehmen, die Verantwortung übernehmen. Menschen, die Haltung zeigen. Digitalisierung, die Menschen dient und nicht entmenschlicht. Und ich wünsche mir, dass Menschen sich nicht auf andere, wie z.B. die Politik oder den Chef für die aktuelle Situation verantwortlich machen, sondern erkennen, wie viel Macht sie wirklcih haben, wenn sie eine Entscheidung für sich treffen. Und dass persönliche Entwicklung nicht länger ein „Nice to have“ ist, sondern das Fundament für Führung, Kultur und Erfolg.

Wie stellst du in deiner anspruchsvollen Rolle sicher, dass du eine gesunde Balance aufrechterhalten kannst, und was machst du, um neue Energie zu schöpfen? Auch mit deiner Tochter und euren Pferden?

Balance entsteht für mich durch Achtsamkeit und Natur. Ich bin gerne alleine und genieße die Stille. Erst dann kann ich meine Gedanken hören — mich hören. Ich schaue genau, womit und mit wem ich meine Zeit verbringe. Ob es mir Energie gibt oder nimmt. Ob es mich weiterentwickelt oder ausbremst. Meine stärkste Kraftquelle sind meine Tochter und unsere Pferde. Sie erinnern mich daran, was wirklich zählt: Verbindung, Ruhe, Klarheit, Echtheit. Beide spiegeln mir mein Verhalten — eine spannende Sichtweise, sich selbst zu sehen 🤣 Sie zeigen mir Trigger auf, die ich aufarbeiten darf — niemand schafft das besser als ein Teenie.

„Jetzt ist der perfekte Moment, weil wir kollektiv an einem Kipppunkt stehen: Überforderung, Reizüberflutung, Krisen – und gleichzeitig ein riesiger Wunsch nach Menschlichkeit, Klarheit und Selbstverantwortung. Der Inner-Circle ist ein Zuhause für persönliche und berufliche Entwicklung und eine Gemeinschaft, die den gleichen Werten folgt.”

Wir stehen mit Pure & Positive gerade an einem neuen Startpunkt. Nach dem Portal ergänzen wir unsere Palette nun noch um den Inner Circle. Was sind deine Gedanken dazu? Warum ist das genau jetzt ein richtiger Zeitpunkt dafür? Welche Inhalte warten da auf unsere Mitglieder?

Wir leben in einer Zeit, in der viele Menschen Orientierung suchen — gerade die, die äußerlich „funktionieren“. Das Portal hat gezeigt: Es gibt eine tiefe Sehnsucht nach positiven Impulsen, Gemeinschaft und Sinn. Der Inner-Circle ist die logische Weiterführung davon. Ein Zuhause für Menschen, die nicht nur lesen wollen, sondern wachsen wollen. Jetzt ist der perfekte Moment, weil wir kollektiv an einem Kipppunkt stehen: Überforderung, Reizüberflutung, Krisen – und gleichzeitig ein riesiger Wunsch nach Menschlichkeit, Klarheit und Selbstverantwortung. Der Inner-Circle ist ein Zuhause für persönliche und berufliche Entwicklung und eine Gemeinschaft, die den gleichen Werten folgt.

Dein Expertenthema im Inner Circle ist u.a. „Marketing & Strategie“. Bitte erzähl uns mehr darüber…

Ich verbinde Strategie mit Sinn. Marketing ist für mich nicht laut, sondern klar. Es gibt so tolle Menschen mit noch besseren Ideen — jedoch fehlt Ihnen das Marketing-Wissen. Und ohne Sichtbarkeit weiß keiner davon — also fehlt der Umsatz. Ich freue mich, dass ich hier meine Kenntnisse einbringen kann. Ich begleite Menschen im Inner-Circle dabei:

  • ihre Positionierung zu finden
  • ihre wahre Stärke sichtbar zu machen
  • ein Angebot zu entwickeln, das verkauft, weil es gebraucht wird
  • eine Strategie aufzubauen, die genau die richtigen Kunden anzieht
  • ein Business aufzubauen, das trägt, ohne auszubrennen

Viele Frauen und auch Männer stecken genau in diesem Übergang: Vom sicheren Job in die eigene Selbstständigkeit. Ich kenne beide Welten und ich kenne den Zweifel dazwischen. Im Inner-Circle gebe ich ihnen Struktur, Klarheit und Mut.

Was denkst du, ist der größte Mehrwert einer solchen Community? Wie ist hier gemeinsames Wachstum möglich und was braucht es dafür?

Der größte Mehrwert ist Verbindung. Gemeinschaft heilt. Gemeinschaft stärkt. Gemeinschaft beschleunigt Wachstum. Wachstum ist möglich, wenn Menschen sich zeigen dürfen: unperfekt, ehrlich, neugierig. Wir wachsen durch Vorbilder, durch Fragen, durch Reflexion, durch Austausch. Und durch Räume, in denen wir nicht bewertet werden.

Es braucht drei Dinge:

  • Sicherheit
  • Austausch
  • und ein gemeinsames Ziel: ein besseres Leben, innen wie außen

Meine Zukunft richte ich gerade auf Frieden, Verbundenheit und Klarheit aus. Wie z.B. auf unseren Inner-Circle. Ich möchte Orte schaffen, an denen Menschen sich verbinden und eine Gemeinschaft bilden, die wir teilweise nicht in den eigenen Familien finden können.

Welche drei Kernwerte leiten deine Entscheidungen sowohl beruflich als auch privat, und gab es einen Moment, in dem diese Werte auf die Probe gestellt wurden?

Meine Werte sind:

  1. Freiheit
  2. Familie
  3. Lebensfreude

Als ich vor circa sechs Jahren erkannte, dass ich mein halbes Leben Ziele verfolgt habe, die mich nicht glücklich machten, kam der Wendepunkt. Ich fühlte mich eingeengt, obwohl ich alles hatte, was ich mir gewünscht hatte. All das loszulassen, hat mich in die Freiheit zurückgeführt, obwohl ich dadurch alles verloren habe, habe ich mich zurückgefunden. Der Moment als ich erkannte, dass ich mich ohne all das das erste Mal wirklich frei gefühlt hatte, trieb mir die Tränen in die Augen.

Kannst du eine besondere Begegnung oder einen einzigen Tag schildern, der deine Sichtweise auf deine Arbeit oder das Leben nachhaltig verändert hat? Wie richtest du dich aktuell auf die Zukunft aus?

Es gab fast einen Autounfall, als ich vom Büro nach Hause fuhr. Ich sah alle bremsen, reagierte jedoch nicht. Es war eine Stimme, die mich fragte “Wofür bremst du eigentlich?”. Diese Stimme hat mich nicht mehr losgelassen und hat alles ins Rollen gebracht. Da habe ich gemerkt, dass ich mich auf den Tod vorbereitet hatte und nicht mehr wirklich lebte. Meine Zukunft richte ich gerade auf Frieden, Verbundenheit und Klarheit aus. Wie z.B. auf unseren Inner-Circle. Ich möchte Orte schaffen, an denen Menschen sich verbinden und eine Gemeinschaft bilden, die wir teilweise nicht in den eigenen Familien finden können.

Ich vertraue mir und meiner Stärke. Alles ist gut. Der emotional schönste Moment war, als mir eine Kundin sagte: „Du hast mein Leben verändert.“ Nicht mein Marketing, nicht meine Strategie — ich. Was mich antreibt, ist ein Gefühl: Ich möchte Mut schenken in einer Welt, die manchmal dunkel wirkt. Ich möchte Räume schaffen, die Menschen stärken.

Was ist einerseits die größte Angst, die dich in Bezug auf deine Arbeit oder deine Zukunft manchmal begleitet, und wie gehst du mit diesem Gefühl um? Und was andererseits der schönste oder emotional erfüllendste Moment in deiner gesamten Karriere? Was treibt dich jeden Morgen wirklich an, aufzustehen und weiterzumachen, auch wenn die Dinge schwierig sind? Ist es ein Ziel, eine Vision oder ein Gefühl?

Meine größte Angst war dieses Jahr, finanziell in die Enge zu geraten. Die deutsche Wirtschaftslage ist schwierig, meine Kunden schrauben alle Kosten runter, darunter auch Berater-Honorare. Durch diese Angst durchzugehen, hat mich wieder ein Stück näher zu mir selbst gebracht. Ich habe schon so viel geschafft in meinem Leben und es ist immer gut gegangen. Und es wird auch dieses Mal wieder gut gehen. Ich vertraue mir und meiner Stärke. Alles ist gut. Der emotional schönste Moment war, als mir eine Kundin sagte: „Du hast mein Leben verändert.“ Nicht mein Marketing, nicht meine Strategie — ich. Was mich antreibt, ist ein Gefühl: Ich möchte Mut schenken in einer Welt, die manchmal dunkel wirkt. Ich möchte Räume schaffen, die Menschen stärken. Ich möchte, dass meine Tochter eine Welt erlebt, in der Menschlichkeit das neue Normal ist. Und ich möchte, dass niemand den Weg allein gehen muss, den ich allein gegangen bin.

Mehr zum Inner Circle HIER.


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Christin Prizelius hat Jura und Wirtschaftspsychologie studiert und 2015 das erste Online Institut für Feel Good Management und Positive Psychologie gegründet, bevor sie schließlich mit einer Kollegin aus Los Angeles 2018 das eMagazin Pure & Positive ins Leben...