Gemeinsam für eine bessere Welt

Glück und Erfolg brauchen Kapazität!

Christin Prizelius | 20.03.2026 | Interview mit Maris Severance | © Maris Severance

Wir denken oft, Glück sei das Ergebnis von harter Arbeit. Dass wir noch mehr leisten, noch mehr optimieren und noch mehr „on“ sein müssen. Doch wenn wir dauerhaft im „Overload” sind, schaltet unser System irgendwann in den „Shutdown”. Maris Severance arbeitet seit über 20 Jahren mit Energie, Bewusstsein und weiblicher Führung und begleitet Frauen dabei, ihre innere Kapazität für Wachstum, Erfolg und ein erfülltes Leben zu erweitern. Sie sagt: „Viele denken, Veränderung entsteht vor allem über Erkenntnis. Dass wir etwas verstehen müssen — und dann wird es sich schon lösen. In meiner Arbeit sehe ich etwas anderes. Die eigentliche Grenze zeigt sich im Körper. Dort, wo wir nicht mehr weiterkommen. Wo das Nervensystem blockiert, wo Spannung bleibt, obwohl wir „wissen“, worum es geht. Und genau an diesem Punkt entscheidet sich, ob sich wirklich etwas verändert — oder ob wir uns nur im Kreis bewegen. Mehr dazu in diesem Interview…

Liebe Maris, du bist u.a. spirituelle Lehrerin und hast andere vielschichtige Ausbildungen gemacht. Außerdem lebst du aktuell in den USA. Wie kam es zu dem, was du heute machst? Wie war dein Weg?

Ursprünglich komme ich aus einem eingesessenen Familienbetrieb, war die sechste Generation eines Fahrradgeschäfts im Münsterland und gemeinsam mit meinem Vater auch bereits als Juniorchefin im Betrieb drin. Ich habe mich aber gleichzeitig immer schon mit den tieferen Fragen des Lebens beschäftigt und auf dem Weg der Suche nach dem Sinn des Lebens auch meinen eigenen Heilungsweg gefunden. Ich war oft sehr traurig als Kind und Jugendliche und fühlte mich sehr oft unverstanden von meinen Eltern. Das kann man sich vielleicht vorstellen, denn es hatte viel mit Erwartungen und Druck zu tun und es gab nicht so viel Raum für Gefühle. Es wurden einfach maskuline Werte wie Ordnung und Struktur sehr geschätzt. Da war kein Platz für „Ich guck jetzt mal, was ich mache, oder entwickle jetzt erstmal meine Kreativität und Leidenschaft.” Aber natürlich wollte ich wie jeder andere auch von meinen Eltern geliebt werden und habe mich dann erstmal in diese sehr starre Struktur hineinbegeben.

„Ich wusste einfach, auf meinem Lebensweg liegt etwas anderes, und ich darf den Mut haben, das auch herauszufinden.”

Dann habe ich einen Amerikaner geheiratet, Kinder bekommen und als mir irgendwann alles zuviel wurde, habe ich das Gespräch mit meinem Vater gesucht, was nicht einfach war, dass sich meine Seele etwas anderes wünscht. Ich wusste einfach, auf meinem Lebensweg liegt etwas anderes, und ich darf den Mut haben, das auch herauszufinden. Zu dem Zeitpunkt wusste ich allerdings überhaupt nicht, was das ist. Was ich aber wusste war, dass in mir etwas ist, das in die Welt will. So habe ich mich auf den Weg gemacht und als Konsequenz sind wir dann auch in die USA gegangen.

Wie hast du zur Spiritualität gefunden?

Das begann eigentlich bei mir schon sehr früh. Die Anlage dafür hatte ich bereits als Kind. Ich hatte das Glück, einen Onkel zu haben, der ein alteingesessener Apotheker war und mir bei meiner Neurodermitis helfen konnte. So fing das alles an. Er zeigte mir, wie man mit den Händen heilt, und vieles mehr. Als meine Tochter geboren wurde, habe ich eine Eltern-Karma-Ablösung gemacht, die sich „Der Weg ins Licht” nannte. Dabei hatte ich das Gefühl, endlich wieder auf meiner Spur zu sein. Das war der Startpunkt und mir war klar, dass ich das Fahrradgeschäft nicht übernehmen werde.

Du sagst: Es gibt zwei Wege, durch das Leben zu gehen: Den Weg der Anstrengung und den Weg der inneren Kapazität. Nimm uns hier bitte auch ein bisschen mit. Was sind deine Gedanken dazu? 

Grundsätzlich ist es ja so, dass in unserer westlichen Welt dieses maskuline Prinzip einfach mehr gewertschätzt wird. Das ist in anderen Ländern anders. Es gibt auch Länder, wo das weibliche Prinzip viel mehr im Vordergrund steht. Und bei uns steht das Maskuline, die Leistung, eben im Vordergrund. Wir sind immer in diesem Go-Go-Go-Modus und wollen ein Ziel nach dem anderen erreichen. Das weibliche Prinzip ist hingegen eher fließend. Es ist sehr kreativ, kommt eher aus einer Entspannung heraus und hat nicht unbedingt einen Fokus oder ein Ziel. Ich kann mich zum Beispiel daran erinnern, dass mein Vater oft auf meine Mutter geschimpft hat, dass sie so unlogisch ist oder keinen Sinn für Orientierung hat. Aus der männlichen Perspektive macht es vielleicht auch Sinn, aber beides ist eben wichtig. Wir dürfen nicht vergessen, dass je mehr wir in diese Falle hineintappen, je mehr Leistung wir erbringen wollen, desto größer die Chance ist, dass wir leer und in den Burnout reinlaufen. Vielen erfolgreichen Frauen geht es so, dass sie irgendwie merken, einfach keine Kapazitäten mehr für Familie und Selbstständigkeit zu haben. Wir dürfen auch in unserer Partnerschaft lernen, dass die Balance wichtig ist. Ich durfte lernen, viel mehr in meiner Weiblichkeit anzukommen, aber eben auch meinem Mann zu erlauben, mehr in seiner männlichen Kraft zu sein, weil sich das immer ausgleicht. Business und Beziehungen sind da sehr ähnlich. Das kann man fast 1 zu 1 übertragen. Das hängt ja auch mit vielen Mustern zusammen, die wir selber haben.

Bild: © Maris Severance

Wenn wir als Frau in diesem Prozess stecken (ich möchte an mir arbeiten, ich möchte es gerne anders haben, ich möchte es wandeln, ich bin zu sehr in dieser maskulinen Energie, ich fühle mich ständig erschöpft), welchen Ansatz hast du hier?

Am Anfang meiner Arbeit habe ich rein energetisch gearbeitet. Und ja — das hat vieles in Bewegung gebracht. Aber oft nicht mit der Tiefe, die eigentlich möglich ist. Der Grund dafür ist, dass der Körper dabei häufig nicht wirklich mitgenommen wird. Heute ist genau das der Ausgangspunkt meiner Arbeit. Wir beginnen im Körper — über Atmung, Präsenz und Verkörperung. Darüber wird sehr schnell sichtbar, wo die eigentliche Grenze liegt und wo jemand selbst nicht mehr weiterkommt. Und genau an diesem Punkt setze ich mit energetischer Heilarbeit an. Nicht allgemein, sondern sehr gezielt — dort, wo das System noch festhält. Für mich liegt genau darin der Unterschied zwischen etwas zu verstehen und etwas wirklich zu lösen

„Oft entsteht ein Trauma ja sehr früh in der Kindheit. Ich zum Beispiel war mit knapp zwei Jahren mal alleine, ohne meine Eltern, im Krankenhaus und hatte die Angst, verlassen zu werden. Das, was sich daraus entwickelt hat, war es immer allen recht zu machen, alles gut zu machen. Dadurch bin ich sehr empathisch geworden. Ich kann die anderen schon fühlen, Ja, ich weiß schon, was mit dem anderen los ist, bevor etwas passiert, weil mich das schützt.”

Oft entsteht ein Trauma ja sehr früh in der Kindheit. Ich zum Beispiel war mit knapp zwei Jahren mal alleine, ohne meine Eltern, im Krankenhaus und hatte die Angst, verlassen zu werden. Das, was sich daraus entwickelt hat, war es immer allen recht zu machen, alles gut zu machen. Dadurch bin ich sehr empathisch geworden. Ich kann die anderen schon fühlen, Ja, ich weiß schon, was mit dem anderen los ist, bevor etwas passiert, weil mich das schützt. Sehr sensible Menschen haben das oft. Es ist eigentlich eine Fähigkeit, die sie aufgrund eines Traumas entwickelt haben.

Gibt es auch eine einfach Übung dafür im Alltag?

Du kannst mal eine Hand auf dein Herz und eine Hand auf deinen Bauch legen, dabei die Augen schließen und erstmal deinen Atem wahrnehmen. Überhaupt mal Kontakt bewusst zu deinem Atem aufnehmen. Vielleicht fängst du dann schon ganz von alleine an, dich zu bewegen und zu gucken, ob da ein Energiefluss zwischen deiner linken und deiner rechten Hand ist, weil eine Hand auf dem Herzchakra liegt und die andere Hand auf dem Bauch. Entsteht da überhaupt eine Verbindung oder habe ich so viel Angst, in meinen Bauch zu fühlen, weil da so viel ungelöste Emotionen sitzen?! Dann beginnst du einfach mal deinen Unterleib mehr zu spüren und auch deinen Bauch zu entspannen. Wenn ich da mein Bewusstsein hinlenke, fängt eigentlich der Körper schon automatisch an, sich zu bewegen. Man kann vielleicht beim ersten Mal einfach mal das Bewusstsein auf diese Verbindung zwischen den Händen und dem Atem legen und sich überhaupt erst einmal erlauben, bis da unten zu fühlen. Einfach nur sagen: „Okay, Atem, du darfst jetzt auch bis in meinen Bauch durchdringen.”

Ich biete ja auch Tara Lotus Yoga an. Das ist ein Yoga, was auch sehr, sehr tief geht und den Frauen dabei hilft, diesen weiblichen Schöpfungsfluss wieder herzustellen (Am 2. April 2026 findet dazu übrigens ein Infoabend statt (mehr Infos dazu HIER). Das war das, was du vorhin meintest, es gibt diese zwei Wege, erfolgreich zu sein. Entweder über das maskuline oder das feminine Prinzip. Dabei kann ich Erfolg herstellen, indem ich einfach still genug werde, mir selber zuzuhören. Das ist eben Erfolg, der auf einem anderen Fundament steht, der sozusagen aus meiner eigenen Erde heraus entsteht. Ich laufe nicht dem Erfolg hinterher, sondern lasse ihn in mir aufsteigen, in mir wachsen, weil ich glaube, dass es das Bedürfnis von vielen selbstständigen Frauen ist, zu erkennen und zu leben, dass da irgendwas in ihnen ist, was in die Welt will. Ich sage, wir brauchen beides. Wir brauchen sowohl unsere männliche Seite, die ausgeprägt ist, aber eben auch eine ausgeprägte weibliche Seite, wo wir uns wieder anbinden können, wo wir wieder gucken können, wie sich das anfühlt, was ich da jetzt vorhabe, wie sich das in meinem Körper anfühlt?! Ist das wirklich das, was ich jetzt gerade mein Herz wünscht? Ist es mit mir, mit meiner inneren Wahrheit wirklich in Übereinstimmung oder bin ich in einer Traumaantwort, in der Angst, weil ich jetzt irgendwie Geld verdienen muss oder irgendwas machen muss?! Das kann auch teilweise parallel laufen. Nur ist es eben wichtig, diese Übungen zu haben oder diese Techniken, um wieder mehr in den eigenen weiblichen Schöpfungsfluss zu kommen, sodass es eigentlich aus mir heraus mit Leichtigkeit entstehen kann?

„Das ist eben das, was zum wirklich zum Glücklichsein führt, um jetzt mal wieder zu diesem Thema zurückzukommen, weil die Frau sich dadurch einfach erfüllt fühlt.”

Auch im Business, beim Thema Verkauf, spielt das eine Rolle. Es geht nämlich eben nicht um Anstrengung, also das maskuline Prinzip, es geht viel mehr ums Loslassen, also das feminine Prinzip. Und das macht ganz vielen auch Angst. Darum gehen wir da ganz behutsam und Schritt für Schritt vor. Das ist für viele erst einmal neu, wie ein neuer Muskel, den man trainiert. Das ist eben das, was wirklich zum Glücklichsein führt, um jetzt mal wieder zu diesem Thema zurückzukommen, weil die Frau sich dadurch einfach erfüllt fühlt. Alles andere ist leer. Das ist eine hohle Nummer, bei der man gar nicht merkt, dass man auf diesem Weg ist, und wo es letztendlich dazu führt, dass man in ein Burnout rutscht. Man merkt das allerdings oft erst, wenn es knallt. Symptome sind dafür zum Beispiel, dass man viele Gedanken hat, ständig im Kopf ist, schlecht abschalten kann, schlecht schlafen oder gar nicht mehr so richtig auftanken kann — und auch emotional sehr gereizt ist, weil man ständig wieder über seine eigenen Grenzen geht, weil man meint, man muss das jetzt aushalten — aber das kommt eben aus diesen alten Mustern.

Bild: © Maris Severance

„Das Beste, was wir für die Welt machen können, ist einfach, dass wir selber glücklich sind, weil sich das ins gesamte Feld einspeist.”

Welche Gedanken hast du, wenn du auf die aktuelle Zeit schaust? Bist du da zuversichtlich, weil jetzt irgendwie alles gerade gefühlt im Umbruch ist und sich neu gestalten kann, oder ist da mehr Sorge?

Zum einen gucke ich kein Fernsehen und limitiere wirklich. Manchmal bin ich auf Telegram und höre den Podcast von Andreas Popp und Eva Herman. Ich finde es sehr wichtig, das zu limitieren, weil das Beste, was wir für die Welt machen können, ist einfach, dass wir selber glücklich sind, weil sich das ins gesamte Feld einspeist. Es bringt keinem etwas, wenn ich mich mit irgendwelchen Problemen beschäftige, denn letztendlich habe ich wenig Einfluss auf den Ölpreis oder solche Dinge. Von daher, weil meine Energie tiefer im Körper verankert ist, zerbreche ich mir da nicht den Kopf drüber und mein Kopf geht auch nicht mit mir spazieren. Das heißt, dass ich da reinfühlen kann und meine Körperweisheit, mein Körper mir sagen, dass das Beste in dieser Zeit eigentlich ist, dass ich weiß, wie ich mir selber Räume schaffe. Also da ist es das Zusammenspiel meiner männlichen und weiblichen Energien. Das heißt, ich nehme mir bewusst Zeit für das, was mich vielleicht stresst an Nachrichten, oder es können ja auch allgemeine Dinge sein wie der Nachbar, der mir gerade irgendwie quer gekommen ist, o.ä..

Dann habe ich meine Verkörperungspraxis und stelle mich einmal am Tag 15 Minuten hin und ich spüre wirklich, was das in meinem Körper macht, und drücke das aus. Ich habe gelernt, die Gefühle zuzulassen. Wenn es ein Problem gibt, kann ich ins männliche Prinzip gehen und eine Lösung suchen für das Problem. Als Frauen dürfen wir lernen, alle Gefühle zu fühlen. Der männliche Ansatz ist: Ich will das Problem weg haben. Dann kann ich in das weibliche Prinzip gehen, den Schmerz fühlen und dem Gefühl Raum geben in meinem Körper. Das ist dann wie eine Welle, die einmal kommt und mich voll erfasst, aber sich dann auch wieder verabschiedet.

Welche Rückmeldung bekommst du von den Frauen, mit denen du arbeitest und mit denen du im Austausch bist?

Ich merke bei den Frauen, sowohl in der 1 : 1 Begleitung als auch im Yoga Kurs, dass die sich einfach wie erfrischt fühlen und viel mehr in ihrem Körper sind, viel mehr Lust haben, Dinge zu tun. Und man sieht das auch, man sieht denen das auch an. Sie kommen in die Yogastunde teilweise gestresst oder ein bisschen verhärtet. Und nach dieser Yogastunde sage ich manchmal, dass sie anschließend einfach leuchten. Das sieht man. Also da ist Energie im Körper, die Wangen leuchten, die Haare leuchten. Wir sehen einfach anders aus.

„Lust ist die Energie, die uns antreibt, sie ist unsere kreative Kraft.”

Ich glaube, jede von uns Frauen kann sich mal fragen, so während des Tages, wie viel Prozent ich eigentlich Lust in meinem Körper spüre?! Wie gesagt, Lust ist die Energie, die uns antreibt, sie ist unsere kreative Kraft. Und wie oft am Tag bin ich tatsächlich damit verbunden? Sitze ich damit am Computer, mache damit meine Arbeit, koche mit dieser Energie oder bin ich beim Kochen nur so: Das Essen muss jetzt fertig werden und schiebe ich das Essen in mich rein oder schmecke ich wirklich jeden Bissen und genieße das Essen?!

Ich habe bei dir im Blog einen tollen Artikel darüber gelesen, wie Kapazität, Nervensystem und Einkommenslevel zusammenhängen. Vielleicht magst du da auch noch mal drauf eingehen…

Du sagtest eben, das Einkommenslevel ist verbunden mit dem Nervensystem und der Kapazität. Genau das ist es. Jeder von uns hat eine gewisse Energie im Alltag zur Verfügung. Und wenn wir eben ungelöste Themen oder innere Konflikte haben oder ein altes Trauma, dann ist unser Nervensystem, sage ich mal, zu 60 % schon damit beschäftigt, im Alltag zu überleben, also überhaupt zu funktionieren. Dann habe ich eben nur noch diese 40 % für mein Business, für mein Wachstum. Und genau darum geht es in meiner Arbeit, dass wir diese Kapazität, die du letztendlich zur Verfügung hast, die Energie, die dir zur Verfügung steht, durch das Ablegen von altem Ballast und des Ausgleichens des Nervensystems, verbessern. Wenn du mehr Kapazität hast, bist du produktiver, weil du einfach fokussierter bist. Ich glaube, viele Frauen sind sich darüber nicht bewusst oder viele Menschen generell nicht, was sie so alles mit sich rumschleppen. Also nicht nur aus diesem Leben, sondern auch aus vergangenen Leben und auch von unseren Ahnen, dem Karma, also was wir alles so von unseren Ahnen an limitierenden Strukturen mitbringen. Das vererbt sich über sieben Generationen, bis das endlich gelöst ist. Viele von uns sind diejenigen, die diese Linien durchbrechen und das heilen und auflösen.

Bild: © Maris Severance

„Ich glaube, viele Frauen werden glücklicher damit, wenn sie wüssten, wie sie wieder Zugang zu ihrer Lust, zu ihrer Weiblichkeit und zu dem Prinzip des Annehmens und der Erfüllung auch im Business kommen können.”

Deine Arbeit kostet bestimmt wahnsinnig viel Energie. Wie sorgst du für dich, damit du immer wieder in deine Kraft kommst oder auch bleibst?

Ich glaube, das eine, was ich wirklich gemeistert habe, ist meinen Rhythmus zu finden, mich nicht mehr zu überarbeiten, zu überanstrengen und in meinem maskulinen Prinzip festzuhängen. Wenn man die Balance in sich findet, hat man die natürlich auch im Alltag und mir fließen wirklich viel mehr Dinge zu. Früher musste ich für alles arbeiten und ich wollte alles selber machen. Ich war immer in dieser verantwortungsvollen Rolle und letztendlich war meine Schwäche, das anzunehmen. Es ist jetzt wirklich im Außen so, dass mir Dinge inzwischen zufließen. Was mir geschenkt wurde in den letzten paar Jahren, ist unglaublich. Manche Männer wollen eine Frau, die alles managt, aber ich sage mal, maskuline Männer wollen das eigentlich eher nicht. Sie wollen eine Frau, die entspannt ist, Lust und Freude spürt, die einfach weibliche Qualitäten mit in die Beziehung bringt. Das ist ein bisschen untergegangen in unserer Kultur, in unserer Gesellschaft und gar nicht mal so ein altes Prinzip. Das ist einfach diese Dynamik zwischen Mann und Frau. Es kann auch in einer homosexuellen Partnerschaft sein, dass einer diesen und einer den anderen Part übernimmt. Darum geht es gar nicht. Ich glaube, viele Frauen werden glücklicher damit, wenn sie wüssten, wie sie wieder Zugang zu ihrer Lust, zu ihrer Weiblichkeit und zu dem Prinzip des Annehmens und der Erfüllung auch im Business kommen können.

Heute ist Weltglückstag und du bist im Inner Circle für ein Special: Werde frei für das, was wirklich zählt und lass deinen inneren Motor wieder anspringen, nicht durch Druck, sondern durch Verbindungen mit dir selbst. Vielleicht magst du noch ein paar Worte zu dem erzählen. Wie findet man zurück in die eigene Kraft und zum inneren Kern bei dieser ganzen Reizüberflutung?

Ich glaube, das Wichtigste ist einfach, überhaupt mal so einen Einstiegspunkt zu finden: Wie komme ich wieder mehr in meine weibliche Kraft, in mein Fließen, in meinen Körper? Da werde ich ganz gerne heute Abend auch mal eine Übung zu machen und den Frauen etwas mit auf den Weg geben. Ich glaube, mein wertvollster Beitrag ist einfach diesen Raum dafür zu halten, dass es nicht nur aus dem Kopf kommt, sondern wirklich auch erfahrbar ist für die Frauen. Viele Frauen haben oft gar nicht die Gelegenheit dazu, da mal einzutauchen und ich denke, das ist der beste Beitrag, den ich hier leisten kann.

„Wir haben alle dieses Gefühl von Wahrheit in unserem Körper und das ist Feminine Leadership, weil wir das wieder der Welt zur Verfügung stellen können. Nur dazu müssen wir uns trauen, das wieder zu fühlen.”

Wenn du und dein Wirken und deine Botschaft mit 1–2 Sätzen zusammenfassen müsstest, was würdest du da reinpacken? Was würdest du der Welt sagen, wer du bist und was du machst?

Ich glaube einfach, und das ist meine Erfahrung, viele von uns haben den Kontakt zu sich selbst verloren und wir hängen in so einer Maschinerie drin. Es ist ja auch gewollt, dass wir diesen Kontakt zu uns selbst verlieren. Und wir brauchen mehr fühlende Frauen, die wissen, wie sie ihre Wahrheit in die Welt bringen und ein Kompass für andere sein können. Erstmal fängt das ja mal an mit dem eigenen Mann, dann mit unserem Business, aber auch generell bei jedem, der uns begegnet, und für die Welt. Wir haben diese Fähigkeit als Frauen, weil wir diese starke Intuition haben, weil wir so gebaut sind, mit der Energie hauptsächlich im Becken. Wir sind fühlende Wesen und das braucht es, weil wir im Moment von einer abgetrennten männlichen Energie geführt und regiert werden. Es gibt wenige Frauen, die in Kontakt sind mit ihrem Körper, mit ihrer eigenen Wahrheit und die ist eigentlich für uns alle gleich, die verbindet uns. Wir haben alle dieses Gefühl von Wahrheit in unserem Körper und das ist Feminine Leadership, weil wir das wieder der Welt zur Verfügung stellen können. Nur dazu müssen wir uns trauen, das wieder zu fühlen und das ist der Weg, wo ich die Frauen bei unterstütze. Und wenn ich da wieder bin, dann kann auch mein Business aus dieser Blüte oder diesen Samen erblühen — und zwar nicht aus dem Kopf.

Bild: © Maris Severance

„Dadurch, dass ich verletzlich und offen sein und meine Gefühle fühlen kann, kann ich auch ein Orakel sein, wie ein Resonanzfeld, in dem man gucken darf, ob man überhaupt noch auf dem richtigen Weg ist. Sonst laufen wir einfach immer weiter und dann kommt dabei raus, was wir heute haben.”

Wenn wir uns in 10 Jahren nochmal sprechen würden, was wünschst du dir dann durch dein Wirken erreicht zu haben?

Eigentlich wünsche ich mir für mich selber so mutig gewesen zu sein, meine innere Wahrheit zu teilen, und dadurch auch andere Menschen inspiriert zu haben, weil Verletzlichkeit und Mut eigentlich Dinge sind, die uns im Leben weiterbringen. Wenn wir uns ständig schützen vor Schmerz, dann haben wir eine Wand errichtet, durch die kommt zwar von außen nichts mehr rein, aber von uns kommt auch wenig nach außen. Also Verletzlichkeit, Offenheit, sich nicht zu schämen, wenn man weinen muss, oder wenn ein Gefühl einen gerade ein überfrachtet, das wirklich zu fühlen und sich den Raum für zu nehmen. Zu sagen, okay, ich muss jetzt mal kurz in mein Zimmer, dann fühle ich das mal für 20 Minuten und dann komme ich wieder und muss nicht den anderen dafür verantwortlich machen.

Ich hoffe, dass das auch rübergekommen ist, was Feminine Leadership eigentlich bedeutet, dass es nämlich kein Leadership ist, wie die Männer das machen. Feminine Leadership kommt mehr über Verkörperung (Mehr zum Wild Woman Circle™). Dadurch, dass ich verletzlich und offen sein und meine Gefühle fühlen kann, kann ich auch ein Orakel sein, wie ein Resonanzfeld, in dem man gucken darf, ob man überhaupt noch auf dem richtigen Weg ist. Sonst laufen wir immer weiter und dann kommt dabei raus, was wir heute haben. Wir dürfen es also als Weckruf verstehen. Es ist eine Einladung.

Gibt es noch etwas, was du zum Abschluss ergänzen möchtest?

Das Einzige, was ich den Hörerinnen und Zuschauerinnen gerne noch mitgeben möchte, ist, dass sie das, was jetzt angesprochen wurde, wirklich nicht nur im Kopf, sondern auch im Körper ankommen lassen dürfen…

Das ganze Interview zum Weltglückstag im Podcast HIER. #Folge68

Maris Severance arbeitet mit Frauen, die bereits viel tragen und Verantwortung halten — und merken, dass ihr Wachstum beginnt, sich innerlich schwer anzufühlen. In ihrer Arbeit geht es nicht darum, noch mehr zu leisten oder etwas zu optimieren. Sondern darum zu erkennen, wo das eigene System an seine Grenze kommt — im Körper, im Nervensystem, in dem, was wir oft unbewusst halten.

Der nächste Schritt ist diese Blockaden zu lösen, über den Körper, über das Nervensystem und über energetische Heilarbeit. Genau an den Stellen, an denen jemand selbst nicht mehr weiterkommt. Dadurch kann sich lösen, was bisher festgehalten wurde — und die eigene Kapazität erweitert sich spürbar. Wachstum fühlt sich dann nicht mehr wie Druck an, sondern wird etwas, das tatsächlich getragen werden kann.

Mehr dazu HIER.

Bild: © Maris Severance

Maris Severance im SPECIAL zum Weltglückstag und Frühlingsanfang im
Pure & Positive Inner Circle HIER.


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