“Peace-Food” – Körper und Seele heilen. 

Christin Prizelius | 03.06.24 | Gastbeitrag „Peace-Food – Körper und Seele heilen mit pflanzlich-vollwertiger Kost” von Dr. Ruediger Dahlke | © Jens G. Schnabl

Dr. Ruediger Dahlke sagt: “In einer Zeit, in der einerseits immer mehr Menschen immer empfindlicher auf Nahrungsmittel reagieren und andererseits das Bewusstsein für Gesundheit, aber auch den verantwortungsvollen Umgang mit der Natur und den Tieren wächst, ist der vegane Lebensstil nach Peace-Food eine wirkliche Chance für das Leben des Einzelnen wie auch der Mit- und Um-Welt.” Er ist als als Arzt, Autor und Seminarleiter tätig und hat uns diesen Gastbeitrag „Peace-Food – Körper und Seele heilen mit pflanzlich-vollwertiger Kost” geschrieben.

Essen ist längst mehr als Stillen des Hungers und Energieversorgung. In unserem reichen Teil der Welt wird es für Statuszwecke eingesetzt, mit Ästhetik und Genuss verbunden und im spirituellen Bereich zur Unterstützung der  Entwicklung und Förderung der Sensibilität genutzt. Viele haben erfahren, wie bewusster Essensverzicht beim Fasten spirituelle Erlebnisse und Erfahrungen schwebender Leichtigkeit des Seins ermöglicht. Genauso kann uns auf dem Gegenpol bewusstes Essen ganz neue Dimensionen eröffnen. Persönlich ist mir die spirituelle Ebene des Lebens wichtig und auch im Hinblick auf meine PatientInnen unverzichtbar. Zwar ist noch niemand über den Darm heilig geworden, aber wer die Essensebene vernachlässigt, mindert seine Chancen bezüglich spiritueller Entwicklung erheblich. 

“Hinzu kommt beim Essen im Zeitalter der Globalisierung auch immer mehr unsere Verantwortung für die ganze Menschheit und Welt.”

Hinzu kommt beim Essen im Zeitalter der Globalisierung auch immer mehr unsere Verantwortung für die ganze Menschheit und Welt. Wir sind über die Art unserer Nahrung am Elend der Hungernden mehr als beteiligt, wir sind mitverantwortlich. Aus den ärmsten Hunger-Ländern werden noch immer riesigen Tonnagen Futtermittel in Gestalt von Kohlenhydraten exportiert, um hier bei uns in Massentier-Zucht-Häusern Schlachttiere zu mästen und anschließend mit ihrem Fleisch Menschen. Das erachte ich nicht nur als ein humanitäres Verbrechen gegen die Hungernden, sondern es bedroht auch uns und zwar nicht nur mit immer monströseren Figuren wie in USA schon beinahe normal, sondern ganz konkret gesundheitlich. Mittlerer Weile gibt es ungezählte wissenschaftliche Studien, die das Ausmaß offenbaren, in dem wir uns schaden mit dem Verzehr tierischen Eiweißes. Forschungen von Colin Campbell, dem ehemaligen Professor der Cornell-University, demonstrierten schon vor über 10 Jahren, in welchem Ausmaß Tierprotein die gefährlichsten Krankheitsbilder unserer Zeit fördert, wie Herzkrankheiten und Krebs, aber auch Alzheimer und Diabetes 2. An ersteren sterben in unseren Industrie-Ländern am meisten Menschen. Aber auch die Flut der Allergien und die wachsende Bedrohung durch Alterskrankheiten werden durch Tierprodukte dramatisch gefördert. Tierisches Eiweiß richtet uns – aus ärztlicher und wissenschaftlicher Sicht — langsam aber sicher zugrunde. Im Buch „Peace-Food“ sind auch für Laien verständlich die wichtigsten Studien nachzulesen.  

Bild: © Jens G. Schnabl

Professor Colin Campbell konnte — selbst von einer Milchfarm stammend – lange nicht akzeptieren, was sich ihm als Protein-Forscher offenbarte. Schließlich nahm er sich ein Herz und veröffentlichte, was sich nicht mehr leugnen ließ: Tierprotein ist zu einer entsetzlichen Gefahrenquelle geworden. Längst sind aber auch andere mutige Wissenschaftler und Ärzte an seiner Seite wie etwa Dr. Caldwyn Esselstyn, der als erster mittels Röntgenbildern zeigte, dass der Verzicht auf Tierprotein, Herz- und Gefäßprobleme nicht nur verhindert, sondern sogar rückwirkend noch bessern kann. Er zeigte röntgenologisch, wie bereits verschlossene Herzkranz-Gefäße unter „Peacefood“ wieder aufgingen. Es war diese Studie, die den erklärten Hamburger-Fan Bill Clinton umdenken und auf veganes Leben umsteigen ließ. Das heißt nicht, dass die Seele von nun an bei der Krankheitsbilder-Entstehung unwichtig ist, im Gegenteil, sie spielt im Sinn von „Krankheit als Symbol“ weiter die entscheidende Rolle. Aber der Körper spielt wesentlich mit. Er ist die Grundlage, die Bühne, auf der unsere Seele Krankheitsbilder inszeniert, um uns unsere Lernaufgaben ins Bewusstsein zu rücken. Tierisches Eiweiß fördert nicht nur die Entwicklung von Herzinfarkten und Krebs, sondern praktisch alle unser Leben heute bedrohenden Krankheitsbilder.   

“Unser Aufgabe ist im Gegenteil, Angst zu nehmen und aufzuhören, Früherkennungsmaßnahmen Vorbeugung zu nennen.” 

Es war natürlich Anfang dieses Jahrtausends ein Schock: Hatten wir doch gelernt Fleisch gibt Kraft und Milchprodukte starke Knochen. Aus quasi heiterem Himmel dann die Botschaft: Fleisch macht Krebs – wie mittlerweile selbst die industrie-hörige WHO bestätigt – und Milchprodukte fördern Osteoporose. Wenig kann der Osteoporose so den Weg bereiten wie ausgerechnet Milch. Wer meint, wir müssten Zigarettenschachteln mit den entsprechenden Schreckensnachrichten beschriften, müsste das auch für Yoghurt-Becher und Fleischpakete verlangen. Ich halte allerdings nichts davon. Besonders wir Ärzte sollten aufhören, unpopuläre Maßnahmen wie Impfungen und sogenannte Vorsorge mit Angstmache durchzusetzen. Unser Aufgabe ist im Gegenteil, Angst zu nehmen und aufzuhören, Früherkennungsmaßnahmen Vorbeugung zu nennen. Aber natürlich gilt auch für mich darüber aufzuklären, dass Millionen Menschen mittlerweile am modernen Lebens- und vor allem Essensstil leiden und viele sogar daran zu Grunde gehen, auch wenn die betroffene Nahrungsmittel-Industrie sich weiterhin Wissenschaftler kauft, um das Gegenteil glauben zu machen. Die Fakten- und Studien-Lage ist erdrückend und so wird sich pflanzlich-vollwertige Kost im Sinn von „Peacefood“ weiter durchsetzen, wie ich es in den letzten 10 Jahren erleben durfte.   

Allerdings war der Schreck erheblich und der Schock sitzt entsprechend tief. Wir sind über Jahrzehnte vorsätzlich getäuscht worden, denn die ersten Studienergebnisse sind alt, wie in „Peacefood“ demonstriert. Umso mehr Dank gilt mutigen Wissenschaftlern wie Colin Campbell, Caldwell Esselstyn und Dean Ornish, die unter großem Einsatz die Irrtümer korrigierten. Auch „Peace-Food“ kann weiter beizutragen, alte Irrtümer zu entlarven und die neuen Erkenntnisse rascher zu verbreiten. Es ist nie zu spät, umzudenken und umzukehren. In Ländern mit minimalem Milchkonsum, wie etwa Nigeria, ist Osteoporose praktisch unbekannt, wohingegen sie in Ländern mit noch höherem Milchverbrauch als bei uns, wie etwa in Finnland, zur Volksseuche wurde. Milch enthält zwar viel Kalzium, wie die Wissenschaft im Dienst der Milchindustrie gebetsmühlenartig betont, aber sie nimmt noch mehr weg, als sie gibt, und entpuppt sich so als richtiggehender Kalzium-Räuber.

Bild: © Jens G. Schnabl

Diese gesundheitlichen, aber auch viele ökologische Probleme,  können wir uns ersparen, wenn wir auf Tierprotein verzichten. Immerhin stammen 93 % der aufgenommenen Gifte aus Tierprotein. Sowohl wir selbst als auch unsere Welt können dabei ungeheuer gewinnen. Statt riesige Mengen hochwertiger Kohlenhydrate in den ärmsten Ländern aufzukaufen und an Masttiere zu verfüttern, um wenig, obendrein gesundheitlich bedrohliches Tierprotein zu „produzieren“, lässt sich durch kompletten Verzicht tierischen Proteins das eigene Leben wie alles Leben dramatisch fördern. Sobald wir aufhören, Angst zu essen über Fleisch gequälter und in Todespanik geschlachteter Tiere, lässt unsere Angst nach als erster Schritt zur eigenen Befreiung. Natürlich stecken die von Tieren in der Panik ihres Martyriums im Großschlachthof ausgeschütteten Neurotransmitter anschließend in ihrem Fleisch und werden von Mischköstlern mitgegessen. Solange Bauern noch selbst und nur einzelne Tiere schlachteten, kannten wir  keine Panik-Attacken. Zur Zeit meines Examens, vor gut 40 Jahren, waren sie noch gar kein Thema, heute aber in Industrienationen weit verbreitet.   

Persönlich glücklich, seit 50 Jahren ohne Fleisch leistungsfähig und energievoll zu leben, bin ich vor allem froh, an dem Elend von Tier-Zucht-Häusern, ‑transporten und Schlachthöfen keinen Anteil mehr zu haben, den Hunger in den ärmsten Ländern wenigstens nicht mehr aktiv mit zu vergrößern und ungleich weniger zu Umweltschäden beizutragen. Auf 40 vegetarische Jahre folgten für mich gute 10 Jahre ganz ohne Tiereiweiß und ich genieße aus vollem Herzen die zusätzlichen Geschenke, die sich daraus ergeben: es wird auch im Alter viel leichter, sein Gewicht zu halten, die Bewegungsfreude nimmt — wie Studien nachweisen —  zu, der Körpergeruch ab, man erhält mehr und bessere, vor allem aber friedlichere und konstruktivere Energie, die sich wiederum leicht anfühlt und gehobene Stimmung mit sich bringt. Die Seele bleibt im Sinne von “Krankheit als Symbol” von zentraler Wichtigkeit, um Hintergründe von Krankheitsbildern zu entschlüsseln, aber auch sie wird von „Peace-Food“ beflügelt und erhoben, sodass sie sich wohler denn je im Körperhaus fühlt. Das Schönste an einem Leben auf pflanzlicher Basis aber ist, sich damit nicht nur selbst zu helfen, sondern auch den hungernden Mitmenschen, wie auch unzähligen Mitgeschöpfen in Gestalt der Schlachttiere und sogar Mutter Erde mit ihren Klima- und Wasser- und anderen Problemen.

Ein Leben ohne Fleisch- und Milchwirtschaft und die entsprechende Industrie wäre ein großer Schritt in eine bessere Welt und würde mit einem Streich verschiedene Umwelt-Katastrophen beenden. „Peace-Food“ ist für mich aber auch die Chance, sensibel essend in eine neue Dimension spiritueller Entwicklung vorzustoßen. Das hat ganz bald nichts mehr mit Verzicht zu tun, sondern wird zu einer wundervollen persönlichen Bereicherung und einem verantwortungsvollen Beitrag zu dieser Welt. Sich von Früchten und Gemüse zu ernähren und seine Sinne an der bunten Vielfalt der Pflanzenwelt zu erfreuen, ist auf vielen Ebenen wundervoll. Anstatt Grauen und Totes zu sich zu nehmen, Lebendiges und Buntes zu essen, ist ein besonderes Geschenk. Schweres tierisches Essen wie Schweinebraten liegt entsprechend schwer im Magen und führt – laut wissenschaftlichen Studien – zu einem beschwerlichen Leben voll schlimmster Symptome und Krankheitsbilder. Wenn wir dagegen leichter essen und die Schwere des Tierischen meiden, fühlen wir uns nicht nur nach dem Essen leichter und beschwingter, sondern generell – außerdem angst- und überhaupt freier.

Bild: © Jens G. Schnabl

Wer zusätzlich einige Ernährungs-Tricks beachtet, wie etwa „Kurzzeitfasten“, wird mehr Wachstumshormon (HGH) abbekommen. Wer die kleine rote Pille „Amorex“ nimmt, kommt zusätzlich zum – für Veganer — unverzichtbaren Vitamin B12, auch an mehr Wohlfühlhormon Serotonin und Dopamin, die Grundbausteine jener Neurotransmitter, die Glücksgefühle und Harmonie vermitteln. Mein persönliches Lieblingsessen besteht aus Früchten und Gemüse, die ein leichtes Körpergefühl vermitteln und auf die Dauer sogar ein befreiendes und erhebendes Lebensgefühl. In keinem Yoga- oder Meditations-Zentrum dieser Welt werden schwere Speisen voll Tiereiweiß angeboten, wenn es um spirituelle Entwicklung geht. Nach gut 10 Jahren strikt veganen Lebens sind die Ergebnisse für mich und viele PatientInnen beeindruckend. Beim Meditieren in freier Natur nähern sich nicht selten Tiere ohne Angst und Scheu und Schmetterlinge nehmen auf einem Platz als sei man eine Blume. Moderne Großstadtpflanzen mag das abgehoben vorkommen, und entscheidender ist sicher der verbesserte Kontakt zur eigenen Seele und der sich einstellende innere Frieden und die friedlichere Ausstrahlung. 

“Es braucht tatsächlich nur ein wenig Mut und Engagement für eine bewusstere und bessere Welt.”

Ich bin überzeugt, dass der Weg vom ursprünglichen Sammler-Dasein über Tiere-essen – etwa in den Eiszeiten — über eine vegetarische Phase zurück zum Veganen führt. Dafür können gesundheitliche Gründe vorliegen wie bei Bill Clinton, der nach fünf Bypässen seine Enkel noch erleben wollte. Dahinter kann auch ökologische Achtsamkeit stecken wie bei seinem E‑Vize Al Gore, der der Umwelt zu Liebe vegan wurde wie gerade auch Greta Thunberg, die Ikone der „Fridays for Future“. Und es mag aber auch um spirituelle Motivation gehen, wenn jemand engeren Kontakt zur geistigen Welt sucht. Auch wenn der Körper – wie das Wort „Psycho-somatik“ so schön ausdrückt — der Seele nachgeordnet ist, macht es deswegen noch keinen Sinn, ihn in seinen Bedürfnissen gering zu schätzen. Wer ihn bewusst mit auf den spirituellen Weg nimmt, hat mehr davon und kommt rascher voran, fühlt sich unbeschwerter und freier und wird mehr Glück erfahren, zumal er nicht dreimal pro Tag neues Karma aufhäuft, indem er – essend — andere Wesen schädigt und Mutter Erde belastet. Friedensessen wird so – aus meiner Sicht — zur verlockendsten Option in diesen modernen Zeiten mit ihren ungeheuren Herausforderungen. Es braucht tatsächlich nur ein wenig Mut und Engagement für eine bewusstere und bessere Welt: Am besten eine Woche „Bewusst Fasten“, um die Abhängigkeiten loszuwerden, und einen anschließenden Umstieg auf „Peace-Food“ – Friedensessen — für inneren und äußeren Frieden.     

www.dahlke.at — Der ganzheitliche Weg zur Heilung.


Der ganze Beitrag wurde in einer vorherigen Ausgabe des Magazins “Pure & Positive” veröffentlicht.


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