OroVerde — gemeinsam für den Erhalt der tropischen Regenwälder

Christin Prizelius | 22.04.24 | Interview mit OroVerde — die Regenwaldstiftung | Bild: © OroVerde

„OroVerde – die Tropenwaldstiftung“ ist 1989 von Rotary-Mitgliedern ins Leben gerufen worden. Seit mehr als 30 Jahren setzt sich OroVerde nun für den Erhalt der tropischen Regenwälder ein. Dabei gehen Naturschutz und Entwicklungszusammenarbeit Hand in Hand, denn nur mit den Menschen vor Ort kann der Schutz der Regenwälder langfristig funktionieren. Zugleich geht OroVerde Verbraucherthemen an, also den Einfluss der Konsumenten hier auf die Umwelt- und Lebensbedingungen in Regenwald-Regionen. OroVerde ist dabei politisch unabhängig und gemeinnützig anerkannt. Zum “Tag der Erde” am 22. April möchten wir besonders die Wertschätzung für die natürliche Umwelt stärken und aufzeigen, wie alle von uns ihr tägliches Konsumverhalten überdenken können.

Ihre Stiftung OroVerde, was auf Spanisch “Grünes Gold” bedeutet, setzt sich für den Erhalt der tropischen Regenwälder ein. Sie schützen den Regenwald mit Tradition und Innovation, sind seit 30 Jahren aktiv und gehen mit Pilotprojekten sowohl vor Ort als auch hier in Deutschland neue Wege, um langfristige Erfolge zu erzielen. Wie genau können wir uns Ihre Arbeit vorstellen?

Für seine Projekte in den Tropenländern arbeitet OroVerde immer mit zuverlässigen Partnerorganisationen zusammen. Gemeinsam mit ihnen und der Bevölkerung vor Ort planen wir Pilotprojekte zum Regenwaldschutz und setzen sie um. Uns ist es immer besonders wichtig, die lokale Bevölkerung mit ins Boot zu holen, denn nur so haben die Projekte langfristig Erfolg. Hilfe zur Selbsthilfe ist hier das Stichwort. OroVerde arbeitet in verschiedensten Bereichen: So gibt es ein Pilotprojekt in Guatemala, bei dem es vor allem um den Aufbau verschiedener Wertschöpfungsketten geht. So haben die Kleinbauern vor Ort alternative Einkommensmöglichkeiten und gleichzeitig wird durch den Anbau die Biodiversität vor Ort gefördert. Daraus ist auch eine Regenwald-Schokolade entstanden. Dann haben wir Projekte, die länderübergreifend laufen: Beispielsweise ein Großprojekt, das in Mexiko, der Dominikanischen Republik, Guatemala und auf Kuba gleichzeitig läuft und in dem sich die Partner in ihrer Arbeit immer wieder gut austauschen können. Schwerpunkt hier sind die ökosystembasierte Anpassung an den Klimawandel in Wassereinzugsgebieten der Tropen. Zum anderen arbeiten wir im Amazonasgebiet von Ecuador mit einer indigenen Gemeinschaft zusammen, die wir bei ihrem Kampf gegen Erdölförderung und für mehr Vereinbarkeit von Tradition und Moderne unterstützen. Oder unser Projekt in dem Biodiversitäts-Hot Spot: Raja Ampat in Indonesien. Unter Tauchern ist diese Gegend längst kein Geheimtipp mehr, aber nur die Wenigsten wissen, dass auch an Land wahre Schätze schlummern: Unberührter Regenwald, in dem Tiere leben, die es teilweise nur auf einzelnen Inseln gibt. Hier geht es darum, einen besonderen Schutzstatus für dieses Gebiet zu erreichen.

Gleichzeitig setzt OroVerde aber auch auf Bildungsprojekte und Verbrauchertipps in Deutschland, denn „Regenwaldschutz fängt bekanntlich mit dem Einkaufswagen an“. Wie tun Sie das? Wo setzt diese Arbeit praktisch an?

Unsere Arbeit setzt an verschiedenen Stellschrauben gleichzeitig an. Zum Einen sorgen wir im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung mit Hilfe von Unterrichtsmaterialien dafür, dass das Thema Regenwald- und Klimaschutz mehr in die Köpfe der Lehrerinnen und Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler kommt – aber vor allem mit viel Spaß und spannenden Methoden. All unseren Materialien gehen Praxisprojekte voraus, die die Kolleginnen und Kollegen aus der Umweltbildung mit Schülerinnen und Schülern testen und so die perfekte Mischung erstellen. Lehrerinnen und Lehrer sind immer auf der Suche nach passendem Unterrichtsmaterial, das sie direkt in ihrer Klasse anwenden können. Insgesamt hat OroVerde nun schon mehr als 15 Jahre Erfahrung in diesem Bereich und so konnte Material für jede Altersstufe — vom Kindergartenkind bis hin zu Studenten erstellt werden. Neben den Umweltbildungsprojekten laufen mehrere Wanderausstellungen, die für das Thema Regenwaldschutz im Alltag sensibilisieren und auch die jährlich stattfindenden Wettbewerbe motivieren immer mehr Kinder und Jugendliche. Neben solchen Projekten arbeiten wir von OroVerde ebenfalls sehr stark daran, die Verbraucherbildung weiter voranzutreiben und setzen auch hier auf neue, innovative Methoden und Ideen. Von einfachen, klaren Tipps für den Alltag, um Papier zu sparen, Palmöl zu reduzieren oder mal vegetarisch zu kochen bis hin zu spannenden Grafiken, die den Verbraucher die Angst nehmen, die immer komplexer werdenden Systeme nicht mehr durchschauen zu können, bietet OroVerde Online- aber natürlich auch Printmaterialien an.

Bild: © OroVerde

“Auch die Unternehmen merken, dass die Verbraucher verstärkt auf Nachhaltigkeit und Transparenz setzen. (…) Gerade auf politischer Ebene gibt es noch viel zu tun!”

Empfehlungen für Politik, Gesetzgebung und Unternehmen runden dann die einzelnen Ihrer Arbeitsfelder zur Rettung der Tropenwälder ab. Welche Reaktionen gibt es hier? Wie kann man auch die Gesellschaft für den Schutz des Regenwaldes weiter sensibilisieren?

Wir versuchen mehr und mehr Empfehlungen für die Politik auszusprechen und natürlich dabei auch mehr und mehr aus unserer eigenen Blase herauszutreten. Doch gerade auf politischer Ebene gibt es noch viel zu tun! Was die Zusammenarbeit mit Unternehmen angeht, haben die Anfragen in den letzten Jahren stark zugenommen. Auch die Unternehmen merken, dass die Verbraucher verstärkt auf Nachhaltigkeit und Transparenz setzen. Uns ist es wichtig, bei jeder Anfrage auch auf den eigenen Impact des Unternehmens hinzuweisen und mal kritischere Nachfragen zu stellen sowie Tipps für mehr Nachhaltigkeit zu geben. Innerhalb der Verbraucher gibt es sehr unterschiedliche Reaktionen – je nachdem, auf welcher Ebene wir bestimmte Themen in den Fokus rücken: Das Thema „Fleisch“ z.B. ist ein sehr sensibles Thema, das häufig heftige Reaktionen hervorruft, da es sehr stark emotionalisiert. Wohingegen der Tipp, mehr Recyclingpapier zu nutzen, sehr gerne angenommen wird.

Können Sie uns den Regenwald bitte ein bisschen in Zahlen vorstellen? Wie viele Tier- und Pflanzenarten gibt es? Und was bedeutet es für uns Menschen und den Planeten allgemein, wenn der Regenwald immer weiter stirbt?

Tropische Regenwälder bilden den Lebensraum für eine Fülle von Tier- und Pflanzenarten. Rund 2/3 aller bekannten Tier- und Pflanzenarten leben in den Tropenwäldern! Auf einem Hektar Regenwald können bis zu 18.000 Tier- und Pflanzenarten vorkommen! Allein bis zu 280 verschiedene Baumarten kann man auf einer solchen Fläche finden. Zum Vergleich: In ganz Deutschland sind nur rund 90 Baumarten bekannt. Man findet die skurrilsten Tiere und exotischsten Pflanzen in tropischen Regenwäldern. Hätten Sie z.B. gewusst, was ein Tüpfelkuskus ist? Oder dass der kleinste Vogel der Welt auf Kuba vorkommt und gerade so viel wiegt wie eine Mandel? Wissenschaftler schätzen, dass viele Tiere noch gar nicht entdeckt sind, und einige fürchten sogar, dass es Arten gibt, die aussterben, bevor sie überhaupt erforscht werden können! Besonders im Regenwald sind viele Tier- und Pflanzenarten aufeinander abgestimmt und voneinander abhängig – ein fragiles Kartenhaus, das schnell zusammenbrechen kann, wenn eine bestimmte Spezies fehlt. Neben dem Lebensraum für Tiere und Pflanzen sorgt das Ökosystem Regenwald aber auch dafür, dass das Klima stabil bleibt. Tropische Wälder speichern über 17 % des weltweit in der Vegetation und dem Boden gebundenen Kohlenstoffes. Sie spielen eine Schlüsselrolle bei der Stabilisierung des Klimas! Ein Fußballfeld voller Bäume in den Tropen speichert die CO2-Menge, die von 59 Deutschen im Jahr produziert wird. Außerdem wird immer wieder deutlich, wie schlecht es für unser Klima ist, wenn Tropenwälder abgeholzt werden: Rund 11% der globalen Kohlenstoffdioxid-Emissionen sind auf die Entwaldung und Zerstörung von Wäldern sowie weitere Landnutzungsänderungen zurückzuführen. Und dass wir mitten in einer Klimakrise stecken, haben wir auch in Deutschland schon zu spüren bekommen!

Am Beispiel des Regenwaldes in der Amazonasregion kann man außerdem zeigen, dass diese Wälder noch ganz andere Funktionen haben. Das Ökosystem droht aufgrund der zunehmenden Entwaldung zu kippen und Wissenschaftler haben herausgefunden, dass weite Teile des südamerikanischen Kontinents in Abhängigkeit zum Amazonas-Regenwald stehen: Die Regenfälle im Süden Brasiliens, Paraguays und des zentrale Osten Argentiniens sowie Uruguays stehen in direkter Abhängigkeit zum Wasserkreislauf des Amazonas. Der Regenwald dort ist es, der diese Regionen im Winter mit ausreichend Regen versorgt. Gerät das Ökosystem aus dem Gleichgewicht, wird sich das auch auf diese Gebiete auswirken!

“Die Kenntnisse und Erfahrungen in Sachen Qualität lernen die Kleinbauern direkt von Anfang an mit.”

Ein Projekt von Ihnen ist „Nachhaltige Wertschöpfungsketten – Mit Kaffee und Co. den Regenwald retten“. Sie sagen “Wirtschaften muss sich ändern und wieder mehr dem Gemeinwohl dienen”. Wie genau hilft OroVerde Kleinbauern in den Projektgebieten beispielsweise dabei, ökologische und nachhaltige Anbaumethoden einzuführen, die Produkte mit hoher Qualität weiterzuverarbeiten und schließlich zu fairen Preisen zu vermarkten?

OroVerde initiiert mit seinen Partnern vor Ort UND der lokalen Bevölkerung gemeinsam die Regenwaldschutzprojekte. Schon bei der Entwicklung der Pilotprojekte zeigt sich dann schnell, was später funktioniert und welche Maßnahmen noch angepasst werden müssen. Das Projekt WaldGewinn (auf das sich Ihre Frage bezieht) vereint viele verschiedene Maßnahmen: Es geht hierbei um den Waldwiederaufbau vor Ort: Gemeinsam mit den lokalen Kleinbauern erarbeiten wir Pläne, wie sie ihre Flächen besser bepflanzen können. So z.B. mit biodiversen Agroforstsystemen. Das sind sozusagen Waldgärten, die nach dem Vorbild des Regenwaldes mit verschiedensten Nutzpflanzen besetzt werden und so neben dem Einkommen auch die Ernährung der Familie sichern. Gleichzeitig schaffen die Kleinbauern so kleine Ökosysteme für verschiedenste Tierarten. Damit die Produkte aus diesen Agroforstsystemen wie beispielsweise Kakao auch erfolgreich vermarktet werden können, fördert das Projekt die Weiterverarbeitung der Produkte. Gleichzeitig müssen die Kleinbauern geschult werden – nicht nur in der Veredelung ihrer Produkte, sondern vor allem in der eigenen Organisationsentwicklung und wie nachhaltiges, wirtschaftliches Denken funktioniert!

Aus einzelnen Kleinbauern werden Zusammenschlüsse und das ist ein langer Weg, aber der ist besonders wichtig, denn nur so können sie später selbstständig ihren verarbeiteten Kakao zu guten Preisen verkaufen. Das Projekt ist also erst der Anfang! Die Kenntnisse und Erfahrungen in Sachen Qualität lernen die Kleinbauern direkt von Anfang an mit. Dabei haben wir das Glück, auf gute Kooperationspartner setzen zu können, die uns ihr Know-how zur Verfügung stellen. Und im Falle unserer Regenwald-Schokolade konnten wir sogar einen der bekanntesten deutschen Chocoaltiers, Georg Bernardini, von der Qualität des Edelkakaos aus unserem Projekt überzeugen! Die Regenwald-Schokolade fand so ihren Weg sogar bis zu den deutschen Verbrauchern. Alles ist aber nur möglich mit finanzieller Unterstützung von Spenden! Aber ganz ohne weitere Förderer geht es leider auch dann nicht. Daher ist das WaldGewinn-Projekt Teil der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI). Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) unterstützt diese Initiative auf Basis einer Bundestagsentscheidung.

Bild: © OroVerde

Sie sagen, dass jeder etwas tun kann, um den Regenwald zu schützen, und nennen beispielsweise Lehrerinnen und Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler und Unternehmen oder „nur“ den Verbraucher und die Verbraucherin von nebenan. Der Regenwald sei somit näher als wir vielleicht denken. Welche Verbraucher Tipps haben Sie? Was kann jeder praktisch tun?

Dazu passt die Seite „Regenwald im Supermarkt“ perfekt, denn diese zeigt auf, mit welchen Produkten wir tatsächlich mit dem Regenwald verbunden sind. Kurz und knapp gibt es 10 einfache Tipps, die jede und jeder ganz schnell in seinem Alltag umsetzen kann, ohne dabei auf etwas verzichten zu müssen:

  1. Auf Recyclingpapier umsteigen: Taschentücher, Klopapier und Schulhefte – all das gibt es auch aus 100 % Recyclingpapier und das im ganz normalen Handel! Hier sollte wirklich kein Weg daran vorbeiführen! Und: Bei 1000 DIN A4 — Blättern Recyclingpapier anstelle von Frischfaserpapier wird so viel CO2 gespart, wie ein Auto auf 5 km ausstößt.
  2. Mehr selbst kochen und weniger auf Fertiggerichte setzen: In vielen Fertiggerichten steckt Palmöl drin – eine Zutat, auf die man beim eigenen Kochen komplett verzichten kann. Regionale Zutaten aus Bio-Anbau runden das Menü ab. Besonders beim Kochen kann man viel ausprobieren und verschiedenste Kreationen testen.
  3. Apropos Kochen: Mal vegetarische Menüs testen wäre auch eine gute Gelegenheit den Regenwaldschutz UND dem Klimaschutz ein gutes Stück zu helfen. Es geht nicht darum, von jetzt auf gleich alles zu ändern, aber offen sein für Neues wie zum Beispiel vegetarisches Essen.
  4. Mit dem Rad oder den Öffis zur Arbeit oder Schule: CO2 sparen hilft nicht nur dem Klima, sondern auch dem eigenen Körper! Das Tagespensum an Bewegung gleich auf dem Weg zur Arbeit erledigen – effizienter geht es kaum.
  5. Beim Thema Handy denkt kaum einer an den Regenwald. Dabei spielt es auch hier eine wichtige Rolle! Wer aktiv etwas zum Regenwaldschutz beitragen will, der behält sein Smartphone solange es geht und kauft nicht jedes Jahr ein Neues! Muss es dann doch mal ein neues Gerät sein, dann gibt es verschiedene Möglichkeiten: Zum einen bieten Plattformen runderneuerte Modelle (auch neuere) mit unterschiedlichen Gebrauchsspuren inkl. dreijähriger Garantie an. Zum anderen gibt es mittlerweile einige Hersteller, die auf Nachhaltigkeit und faire Beschaffung setzen. Diese Modelle sind i.d.R. zerlegbar und mal ehrlich: Wer ärgert sich nicht über den Akku, der doch früher kaputtgeht als gedacht, oder die Kamera, die nicht mehr richtig funktioniert. Ersatzteile statt Neukauf ist das Stichwort bei diesen Modellen.
  6. Bei neuen Holzmöbeln auf deren Herkunft achten. Heimische Möbel mit FSC-Siegel wären hier eine Alternative zu tropischen Exoten, die nicht nur einen weiten Weg hinter sich haben, sondern auch zum Teil illegal geschlagen wurden ACHTUNG: Schätzungen zufolge ist fast die Hälfte des gesamten Handels mit tropischem Holz als illegal einzustufen.
  7. Schokolade darf doch fast in keinem Haushalt fehlen. Aber hier achtet nicht jeder Hersteller gleich auf Transparenz und Qualität. Für Ersteres gibt es aber Siegel, die dem Verbraucher im Handel helfen, die schwarzen Schafe schneller zu erkennen und beim nächsten Mal zur Schokolade aus fairen Bedingungen und ohne Regenwald-Zerstörung zu greifen.
  8. Entspannung im Urlaub – das braucht jede und jeder von uns zwischendurch. Aber auch im Urlaub kann man auf Regenwaldschutz achten: Angefangen von dem Weg zum Urlaubsort bis hin zur Wahl der Unterkunft vor Ort lohnt sich ein zweiter Blick. Wäre die Zugreise eine Alternative? Ist weit weg immer gleich schöner und besser? Oder gibt es nicht nähere Urlaubsziele, die genauso spannend sind?
  9. Plastik sparen hilft nicht nur den Meeren, sondern auch dem Regenwald, denn noch immer gibt es einige Erdölvorkommen unter unberührten Regenwäldern. Sparen wir Plastik ein, so sparen wir auch Erdöl ein. Und ein zusätzlicher Pluspunkt: Weniger Plastik im eigenen Haushalt heißt auch weniger Müllproduktion!
  10. Richtig wählen! Wir haben das Glück in einer Demokratie zu leben, in der man für seine Rechte und für sein Anliegen zum einen auf die Straße gehen kann, Petitionen unterstützen kann, die dann in der Politik behandelt werden müssen und zum anderen diese Aufrufe auch selbst unter den eigenen Freunden verbreiten darf. Jede Stimme zählt! Aber vor allem dürfen wir frei wählen — also genau die Politik unterstützen, die Regenwald- und Klimaschutz ernst nimmt.

Außerdem begeistern Sie mit Bildungs-Projekten den Nachwuchs in Deutschland, denn „Regenwaldschutz fängt in den Köpfen von uns Menschen an und nur wer Zusammenhänge versteht und weiß, welches Verhalten den Regenwald zerstört oder eben schützt, kann das eigene Tun danach ausrichten“, sagen Sie. Daher initiiert und organisiert OroVerde Projekte im Rahmen der “Bildung für Nachhaltige Entwicklung” (BNE), wodurch gemeinsam mit Kindergärten, Schulen und Fachhochschulen sogenannte “Leuchtturmprojekte”  entstehen. Was hat es damit auf sich und wie genau läuft das ab? Wie können wir uns das vorstellen?

Wir von OroVerde setzen bei unseren Bildungsprojekten vor allem auf neueste und spannende Methoden. Um nur einige Beispiele zu nennen: Unsere Materialien gibt es für Kinder vom Kindergartenalter bis hin zu jungen Erwachsenen, die bereits studieren. In jedes Material sind spielerische Elemente integriert, die die Unterrichtsreihe auflockern und gleichzeitig das erlernte Wissen festigen. Wir haben bereits Projekte mit Tanz‑, Koch‑, oder Rap-Praxisprojekten durchgeführt und: Ja, auch hier war das Thema Regenwald ständig präsent. Jugendliche haben mit OroVerde bereits Filmclips und Ideen entwickelt, bei denen sogar unentdeckte Arten durch die Kamera flitzten. Mit der Methode der Limbic Types ® setzen wir zum Beispiel auf die neuesten Erkenntnisse aus dem Neuromarketing und im neuesten Projekt geht es mit dem Regenwald in den Bereich der Lyrik. Es ist wichtig, immer wieder Neues zu testen und innovative Wege einzuschlagen, denn nur so bleibt das Thema für Kinder und Jugendliche auf lange Sicht interessant und im Kopf hängen! Mit Hilfe der Praxisprojekte und gegebenenfalls Workshops oder Schulungen für interessierte Lehrkräfte setzen wir die Unterrichtsmaterialien auf, die sich an dem orientieren, was Lehrkräfte brauchen: Für jeden Schritt gibt es Anleitungen, vertiefendes Material, viele Download-Möglichkeiten. So müssen sie nicht lange selbst recherchieren, sondern können direkt auf fertiges Material zurückgreifen. Außerdem sind die Materialien bereits erprobt. 

“Die Idee ist, die Partner und dadurch die Zivilgesellschaft auch langfristig zu stärken.”

Wir haben aber auch von Regenwald-Schutzprojekten wie “Das Land der Bäume retten”, “WaldGewinn”, wie oben schon erwähnt, oder dem Humboldt Nationalpark auf Kuba gelesen. Wie genau werden die Projekte organisiert und wie arbeitet man mit den Menschen vor Ort an der nachhaltigen Entwicklung?

Das Projekt WaldGewinn hatte ich ja oben schon beschrieben. Grundsätzlich arbeiten wir immer mit zuverlässigen Partnerorganisationen vor Ort zusammen. Die Idee ist, die Partner und dadurch die Zivilgesellschaft auch langfristig zu stärken. Mit Hilfe dieser lokalen Partner erarbeiten und planen wir die Projekte gemeinsam mit der Bevölkerung vor Ort. Nicht nur „Das Land der Bäume“ sondern auch andere Projekte werden so organisiert. Schon von Anfang an war bei OroVerde klar: Langfristiger und vor allem nachhaltiger Regenwaldschutz geht nur gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung. Denn nur so wird es auch auf lange Sicht ein Erfolg!

Über OroVerde — Gemeinsam für Tropenwälder

“Um die tropischen Regenwälder zu schützen, kommt es auf uns alle an ‒ denn jede und jeder von uns kann etwas bewirken. Hier werden praktische Alltagstipps, spannende Regenwald-Schutzprojekte und viel Wissenswertes über den Regenwaldschutz von den Fachexperten der Tropenwaldstiftung OroVerde vorgestellt.”

Mehr unter: www.regenwald-schuetzen.org

Bild: © OroVerde

Das ganze Interview wurde in einer vorherigen Ausgabe des Magazins “Pure & Positive” veröffentlicht.


  

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