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Aktiviere deine Selbstheilungskräfte!

Christin Prizelius | 18.02.2026 | Interview mit Katja Demming zum Thema Selbstheilungskräfte | © Katja Demming

Katja Demming hat sich als Psychologische Beraterin und erfolgreiche Podcasterin jahrelang einen Namen als Expertin für den Ausstieg aus narzisstischen Beziehungen gemacht. Nachdem sie selbst durch die intensive Arbeit mit diesem belastenden Thema erkrankte, erlebte sie einen persönlichen Wendepunkt, der ihren Blick radikal auf die körpereigene Regeneration lenkte. Heute widmet sie sich leidenschaftlich der Frage, wie wir unsere inneren Selbstheilungskräfte durch Energiearbeit, tiefenwirksame Meditationen und die Transformation seelischer Wunden aktivieren können.

In ihrem Ansatz verbindet sie psychologisches Wissen mit energetischen Methoden, um Menschen dabei zu helfen, nach toxischen Erfahrungen wieder in ihre wahre Kraft und Gesundheit zu finden. Wir sprechen heute darüber, warum Heilung oft erst dort beginnt, wo wir die Verantwortung für unser eigenes Wohlbefinden übernehmen und die Verbindung zu unserer inneren Herzensenergie wiederherstellen.

Liebe Katja, du konzentrierst dich in deiner Arbeit auf die Aktivierung der Selbstheilungskräfte durch Themen wie Selbstliebe, innere Stärke, das Auflösen toxischer Muster und Meditationen. Vorher warst du mit dem Schwerpunkt Narzissmus unterwegs. Wie hast du diesen Wandel für dich wahrgenommen? Was war der Auslöser?

Das Jahr 2025 war unfassbar intensiv und transformierend für mich. Mein bisheriger Coaching Schwerpunkt: Frauen aus ihrer toxischen Beziehung mit narzisstischen Menschen zu befreien und ihnen zurück in ihre innere Stärke zu verhelfen, hat mir immer viel bedeutet. Doch dann wurde ich selbst darüber krank. Meine Bauchspeicheldrüsenentzündung zeigte mir deutlich, dass ich das schwere, oftmals schmerzvolle Thema nicht mehr länger tragen konnte. Heute weiß ich, dass ich diese Krankheit bekommen musste, um wirklich eine Reißleine zu ziehen und mir die Erlaubnis zu geben, damit aufzuhören. Denn mir war meine Arbeit mit diesen Frauen unfassbar wichtig, Doch es bedeutete für mich auch im Alltag immer mit dem Gift der Narzissten konfrontiert zu werden, was einst meine größte Lebenswunde war.

In meiner Krankheitsphase, wurde lange keine Ursache für die Bauchspeicheldrüsenentzündung gefunden, weshalb man nicht mit einer Therapie starten konnte. Ich musste also meine Schmerzen aushalten, bis endlich alle Untersuchungen, wie CT, MRT und Endosonographie gemacht waren. Nach einer Woche mit großen Schmerzen, wartete ich immer noch auf einen MRT-Termin. Ich fühlte mich ohnmächtig und ausgeliefert. Ich wollte gesund werden und endlich keine Schmerzen mehr haben. Und so dachte ich mir: „Okay, Katja, wenn die Ärzte jetzt noch nichts machen können, dann musst du dir selbst helfen.“ Da ich in 2024 eine Ausbildung zur energetischen Heilerin absolviert hatte und in 2025 bei Vorträgen von Dr. Joe Dispenza war, fing ich an meine Selbstheilungskräfte zu aktivieren und wendete alle Tools an, die ich bis dahin gelernt hatte. Und was soll ich sagen, schon nach der ersten „Behandlung“ hatte ich keine Schmerzen mehr! Von da an setzte ich mich 3x täglich hin, um mit mir selbst zu arbeiten und ich heilte im Handumdrehen. Das beflügelte mich so sehr, dass ich sehr schnell wieder gesund wurde und keine weitere schulmedizinische Therapie mehr brauchte.

Diese Erfahrung hat mir gezeigt, wie viel möglich ist und ich mich gleichzeitig dazu motiviert, andere Mensch dabei zu unterstützen, auch ihre Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Die Erfahrungen, die ich da machen durfte, waren phänomenal. Sie haben meinem Leben einen noch tieferen Sinn gegeben und das erfüllt mich wirklich unfassbar. Einige Wochen später, konnte ich Menschen mit jahrelangen Knieschmerzen, Kopfschmerzen, Neurodermitis und sogar Hashimoto-Erkrankungen durch energetische Behandlungen, sowie der Aktivierung ihrer eigenen Selbstheilungskräfte in ein gesundes Leben zu führen. Ist das nicht fantastisch?

„In dem Moment, indem ich mich bewusst entscheide, dieses alles los und in der Vergangenheit zu lassen, entsteht Raum und in diesem Raum liegt Heilung.

Du sagst: „Heilung geschieht, wenn du größer wirst als das, was dich krank gemacht hat.“ Was genau meinst du damit und wie kann man emotional oder mental „größer werden“ als Schmerz oder Krankheit?

Hier spreche ich von einem Bewusstseinswandel. Krankheiten entstehen häufig nicht nur auf körperlicher Ebene, sondern sie sind eng mit emotionalen Zuständen, unbewussten Glaubenssätzen und Stressreaktionen verbunden. Wenn ein Mensch über lange Zeit krank ist und deshalb Angst und Ohnmacht, Wut und Trauer erlebt, bleibt das Nervensystem im Überlebensmodus und der Körper hat keine Kapazitäten mehr zum Regenerieren. Außerdem beginnen viele Kranke sich mit ihrer Krankheit zu identifizieren. Sie sind dann quasi ihre Krankheit und kommen nur schwer aus diesem Teufelskreis heraus. Mit meiner Arbeit möchte ich verdeutlichen, dass sie viel mehr sind als das, und dass ihre Krankheit sie nicht beherrschen sollte, sondern umgekehrt! Sie dürfen aufhören sich ausschließlich auf Schmerzen, Diagnosen oder Therapien zu fokussieren, sondern sich selbst ermächtigen ihren Heilungsprozess zu starten Solange ich mir immer wieder das Gleiche erzähle und fühle, was ich bereits in der Vergangenheit gefühlt und geglaubt habe, kann ich nicht genesen. In dem Moment, indem ich mich bewusst entscheide, dieses alles los und in der Vergangenheit zu lassen, entsteht Raum und in diesem Raum liegt Heilung.

Nach den Erkenntnissen von Neuroplastizität und Epigenetik beginnt der Körper sich zu verändern, wenn wir regelmäßig neue innere Zustände kultivieren, wie Dankbarkeit, Verbundenheit, Vertrauen, Präsenz und Selbstliebe. Diese Zustände senden Signale ans Gehirn und Nervensystem, die Regeneration ermöglichen und dem Körper aus dem Überlebensmodus in einen Heilungsmodus wechseln lässt. Größer zu werden als Schmerz oder Krankheit heißt also, sich selbst nicht länger als Opfer der Umstände zu erleben, sondern als bewusster Schöpfer des eigenen inneren Zustands. Und genau dort beginnt echte Selbstheilung.

„Der starke Fokus auf das Negative ist kein Zufall. Unser Nervensystem ist evolutionsbedingt darauf ausgerichtet, Gefahren schneller wahrzunehmen, um in Sicherheit zu sein. Was früher dem Überleben diente, wird heute durch permanente Nachrichten, Krisen, Bilder und Vergleiche in sozialen Medien ständig aktiviert. (…) Gesellschaftlicher Wandel beginnt für mich nicht im Kampf gegen das, was falsch läuft, sondern immer in dem, was uns als Mensch verbindet.”

Wir leben in einer Zeit, in der der Fokus ‑trotz unseres immer noch Wohlstandes im Vergleich zu vielen anderen Regionen auf der Welt- leider noch immer auf dem liegt, was schlecht ist. Woran, glaubst du, liegt dieser Negativfokus und welchen Ansatz hast du hier, nachhaltig etwas bei Menschen und in der Gesellschaft zu ändern?

Der starke Fokus auf das Negative ist kein Zufall. Unser Nervensystem ist evolutionsbedingt darauf ausgerichtet, Gefahren schneller wahrzunehmen, um in Sicherheit zu sein. Was früher dem Überleben diente, wird heute durch permanente Nachrichten, Krisen, Bilder und Vergleiche in sozialen Medien ständig aktiviert. Viele Menschen leben deshalb innerlich im Alarmzustand, selbst dann, wenn objektiv alles in Ordnung ist. Hinzukommt, dass wir gelernt haben, unseren Wert über Leistung, Kontrolle und Anpassung zu definieren.Gefühle wie Angst, Überforderung oder Ohnmacht werden selten bewusst gefühlt, sondern eher verdrängt und suchen sich dann ihren Ausdruck in Negativität, Krankheit oder Rückzug.

Mein Ansatz ist es Menschen wieder mit ihrem inneren Zustand in Kontakt zu bringen. Nachhaltige Veränderung entsteht nicht durch Optimismus auf Knopfdruck, sondern durch Bewusstsein. Wenn Menschen lernen, ihr Nervensystem zu regulieren, ihre Aufmerksamkeit bewusst zu lenken und sich regelmäßig mit Zuständen wie Dankbarkeit, Präsenz und Verbundenheit zu verbinden, verändert sich ihr Leben von Grund auf. Gesellschaftlicher Wandel beginnt für mich nicht im Kampf gegen das, was falsch läuft, sondern immer in dem, was uns als Mensch verbindet. Wenn Einzelne beginnen, innerlich stabiler, mitfühlender und bewusster zu leben und zu lieben, wirkt das nach Außen zwar leise, aber nachhaltig und so entsteht Veränderung.

Bild: © Pexels

Du sprichst u.a. davon, die eigene „Frequenz“ oder „Schwingung“ zu erhöhen. Welche Rolle spielt das Quantenfeld oder das höhere Selbst in deinem Verständnis der Selbstheilung, und wie vermittelst du diese Konzepte praktisch?

Wenn ich von Frequenz oder Schwingung spreche, meine ich keinen abstrakten esoterischen Zustand, sondern den inneren Gesamtzustand eines Menschen. Die Summe aus Gedanken, Emotionen, Körper, Empfindungen und Nervensystemaktivität. Jeder innere Zustand sendet messbare Signale aus: biochemisch, neurologisch und energetisch. Das Quantenfeld verstehe ich als ein Feld reiner Möglichkeiten jenseits unserer gewohnten Identität. Solange wir ausschließlich aus unserer Vergangenheit heraus denken, fühlen und handeln, reproduzieren wir immer wieder dieselben Erfahrungen. Schon Albert Einstein sagte: „Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu belassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.“ Wenn wir Menschen aber lernen still zu werden, den Körper zu regulieren und seine Aufmerksamkeit vom Mangel auf die Möglichkeiten zu richten, öffnen sich für uns neue innere und äußere Erfahrungen.

Das höhere Selbst ist für mich kein abgehobenes Konzept, sondern der Teil in uns, der nicht von Angst, Geschichte oder Konditionierung gesteuert ist. In diesem Zustand erleben Menschen oft Klarheit, Verbundenheit und ein tiefes inneres Wissen. Praktisch vermittele ich diese Konzepte über Erfahrungen durch Meditation, energetisches Arbeiten, Körperwahrnehmung, Atemarbeit und das bewusste Kultivieren von erhöhten emotionalen Zuständen, wie Dankbarkeit, Mitgefühl oder Freude. Wenn Menschen diese Zustände regelmäßig verkörpern, dann verändert sich auch ihre innere Frequenz und damit natürlich auch die Art wie ihr Körper, ihr Leben und ihre Gesundheit reagieren.

„Für mich ist Selbstliebe nicht nur ein schönes Wort, sondern tatsächlich die Grundlage für innere Stärke, Gesundheit und ein erfülltes Leben. Sie bedeutet, sich selbst in seiner ganzen Menschlichkeit anzunehmen.”

Du betonst auch immer wieder die Selbstliebe als Basis für ein erfülltes Leben und innere Stärke. Wie definierst du Selbstliebe im Alltag und welche sind die ersten, konkreten Schritte, die jemand gehen muss, um sie wirklich zu aktivieren?

Für mich ist Selbstliebe nicht nur ein schönes Wort, sondern tatsächlich die Grundlage für innere Stärke, Gesundheit und ein erfülltes Leben. Sie bedeutet, sich selbst in seiner ganzen Menschlichkeit anzunehmen. Mit Stärken, Schwächen, Erfolgen, Fehlern und ja, sich bewusst um sein eigenes Wohlbefinden zu kümmern. Wenn wir uns dauerhaft überfordern, uns ablehnen oder Versuchungen allen Erwartungen im Außen zu entsprechen, gerät unser System sehr oft aus dem Gleichgewicht. Autoimmunerkrankungen oder Depressionen können oft Ausdruck genau dieses inneren Kampfes sein. Der Körper kämpft gegen sich selbst, weil im Inneren zu viel Widerstand, Kritik oder eben auch Unterdrückung herrscht.

Selbstliebe zeigt sich im Alltag in kleinen, konkreten Handlungen: Pausen einzulegen, zu spüren was der Körper oder die Gefühle brauchen, Grenzen zu setzen, bewusst Nein zu sagen und Momente zu wählen, in denen man sich selbst wahrnimmt und unterstützt. Selbstmitgefühl ist eines der wichtigsten Gefühle, das noch viele lernen müssen, sich selbst zu schenken. Die ersten Schritte, um Selbstliebe wirklich zu aktivieren, sind oft so einfach, aber kraftvoll. Rede freundlich mit dir. Triff Entscheidungen, die FÜR dich sind. Agiere aus dem Inneren heraus und nicht für das Äußere. Kreiere täglich Momente der Dankbarkeit und der Wertschätzung dir selbst gegenüber. Je mehr wir diese Praxis üben, desto weniger innere Kämpfe tragen wir aus, und desto stärker wird die Fähigkeit unseres Körpers, sich selbst zu regulieren und zu heilen.

Viele Menschen sind es gewohnt, auf die Hilfe von außen (Ärzte, Therapeuten, Medikamente) zu hoffen. Wie veränderst du im Coaching den Fokus deiner Klientinnen und Klienten, damit diese die Verantwortung für ihre Heilung selbst übernehmen können, und welche Rückmeldungen bekommst du bzw. nimmst du wahr?

Viele Menschen sind es gewohnt, Heilung von außen zu erwarten, von Ärzten, Therapeutinnen oder durch Medikamente. Das ist verständlich, denn so sind wir erzogen worden und so funktioniert unser Gesundheitssystem. In meinem Coaching verändere ich den Fokus, indem ich Klientinnen und Klienten behutsam zu ihrem eigenen inneren Erleben zurückführe. Warum ist der Körper krank geworden? Was möchte dein Körper dir mit dieser Erkrankung zeigen? Wir schauen gemeinsam, welche Emotionen, Gedanken oder uralte Muster noch blockieren und wie der Körper auf diese inneren Zustände reagiert. Schritt für Schritt lernen, sie dann, ihre eigene Energie zu regulieren und die Signale ihres Körpers bewusst wahrzunehmen.

Verantwortung für die eigene Heilung zu übernehmen, bedeutet nicht, dass jemand allein gelassen wird. Es bedeutet die eigene Kraft in sich selbst wiederzufinden und damit die Fähigkeit, den Körper, den Geist und das Nervensystem in einen Heilungsmodus zu bringen. Die Rückmeldungen, die ich erhalte, sind oft tief berührend! Menschen berichten, dass sie sich wieder lebendig, handlungsfähig und mit sich selbst verbunden fühlen. Viele sagen, sie hätten erstmals gespürt, dass Veränderung von innen kommt und möglich ist, und dass sie selbst den wichtigsten Heilungsimpuls in sich tragen. Manche erleben körperliche Veränderung und andere vor allem mentale Klarheit oder mehr emotionale Stabilität. Es ist immer wieder tief berührend zu sehen, wie Menschen aus dem Gefühl von Ohnmacht in ihre eigene Selbstermächtigung kommen, und wie sie dann selbst durch ihre aktivierten Selbstheilungskräfte in den Genesungsprozess treten können.

Du hast außerdem Onlinekurse entwickelt, die sich der Lösung aus toxischen Mustern und Beziehungen widmen. Warum sind diese Dynamiken ein so häufiger Auslöser für psychische und physische Belastungen und wie hilft die gestärkte Selbstliebe, sich gegen narzisstische oder ungesunde Einflüsse zu immunisieren?

Toxische Muster und ungesunde Beziehung sind ein häufiger Auslöser für psychische und physische Belastungen, weil sie das Nervensystem dauerhaft in Alarmbereitschaft halten. Wer in manipulativen oder emotional fordernden Dynamiken steckt, lebt ständig in Anspannung, Angst oder Anpassung. Das schwächt das Immunsystem, erhöht die Ausschüttung von Stresshormonen und kann langfristig sogar zu körperlichen Beschwerden oder emotionalen Krisen führen. Unser Körper ist nicht dafür gemacht, ständig Stresshormone auszuschütten.

In meinen Online- Kursen geht es darum, diese Muster zu erkennen, alte Verletzung zu heilen und die eigene Selbstliebe zu stärken. Selbstliebe wirkt wie ein innerer Schutz. Wer sich selbst klar wahrnimmt, seine Bedürfnisse ernst nimmt und gesunde Grenzen setzt, wird weniger anfällig für narzisstische oder manipulative Einflüsse. Menschen lernen, nicht mehr automatisch auf alte Muster zu reagieren, sondern bewusst zu entscheiden, wie viel Energie sie jemandem oder auch einer Situation geben. Sie lernen in diesem Kurs, ihren eigenen Wert besser zu priorisieren und wehren sich gegen Menschen, die diesen Wert schmälern. Gestärkte Selbstliebe bedeutet also nicht nur emotionale Stabilität, sondern auch quasi eine Resilienz. Man ist weniger beeinflussbar, trifft klare Entscheidung und spürt frühzeitig, was einem gut tut und was nicht. Auf diese Weise können sich Menschen Schritt für Schritt aus belastender Dynamik lösen, selbst eine innere Stärke und einen höheren Selbstwert entwickeln, um einen Raum zu erschaffen, indem Heilung, Freude und Selbstbestimmung wieder möglich sind.

„Grenzen zu setzen, fällt besonders schwer, wenn Menschen sich emotional ausgelaugt, verunsichert oder manipuliert fühlt. Wenn der Selbstwert am Boden ist, reagiert unser Nervensystem automatisch auf äußere Erwartungen und wir verlieren oft den Kontakt zu unserem inneren Selbst. Wir übernehmen fremde Gefühle.”

Gerade wenn man sich emotional ausgelaugt oder manipuliert fühlt, fällt das Setzen von Grenzen schwer. Welche praktischen Tools oder Affirmationen gibst du deinen Klienten an die Hand, um Grenzen zu setzen und die eigene innere Stärke wiederzufinden?

Grenzen zu setzen, fällt besonders schwer, wenn Menschen sich emotional ausgelaugt, verunsichert oder manipuliert fühlt. Wenn der Selbstwert am Boden ist, reagiert unser Nervensystem automatisch auf äußere Erwartungen und wir verlieren oft den Kontakt zu unserem inneren Selbst. Wir übernehmen fremde Gefühle. Wir versuchen zu gefallen und vermeiden Konflikte. Wir erhoffen uns davon, dass wir geliebt werden, doch genau dadurch wird diese Energie kontinuierlich weiter geschwächt. In meinem Coaching arbeite ich deshalb systematisch daran, dass dieser innere Raum wieder spürbar wird. Praktische Tools sind Meditationen, Visualisierungen, das Bewusstmachen von Glaubenssätzen und Verhaltensmustern. Ich gebe den Klientinnen und Klienten wieder ein bewusstes Gefühl, sich im eigenen Körper verankern zu können. So wird spürbar, wie sie ihre eigene Energie erkennen, aber auch vor anderen schützen können.

Gleichzeitig vermittele ich konkrete Strategien, wie man Grenzen im Alltag klar kommuniziert. Das beginnt bei kleinen alltäglichen Entscheidungen- bewusst Nein zu sagen, wenn etwas der eigenen Energie schadet- und dehnt sich dann Schritt für Schritt auf größere und auch eventuell emotional belastende Situation aus. Affirmationen können weitere wichtige Bausteine sein, eine neue innere Haltung zu kreieren und zu verfestigen. Sie sind ein Werkzeug, um den Verstand und das Nervensystem immer wieder auf Selbstbestimmung zu trainieren. Wichtig ist, dass die Klientinnen und Klienten lernen, sich selbst die Erlaubnis zu geben, sie selbst zu sein, und dass sie schon lange gut genug und liebenswert sind. Mit der Zeit entwickeln die Menschen nicht nur die Fähigkeit Grenzen zu setzen, sondern spüren auch endlich ihre eigene, innere Stärke wieder. Sie merken, dass sie sich selbst ihren Wert und ihre Energien schützen können, ohne andere zu verletzen, und dass sie damit auch mehr Respekt vom außen bekommen.

Bild: © Pixabay

In deinem Podcast sprichst du darüber, dass der Körper zuerst spricht – oft bevor wir die emotionalen Signale bewusst wahrnehmen. Wie lernen deine Klienten, die Körpersprache zu deuten, um die tiefer liegenden emotionalen Blockaden zu erkennen?

Unser Körper ist immer der erste Ausdruck unserer inneren Welt, bevor wir überhaupt bewusst wahrnehmen. Der Körper zeigt meist schnell, wo wir blockiert, angepasst oder im Widerstand sind, sei durch Verspannungen, Schmerzen, Müdigkeit oder andere Symptome. Viele Menschen sind es nicht mehr gewohnt, diese kleinen Zeichen wahrzunehmen und reagieren oft erst, wenn die Beschwerden bereits heftig spürbar sind. Es wird normal für Sie, dass sie verspannt sind, dass sie sich erschöpft fühlen oder mit ihren Schmerzen tagtäglich zu leben. In meinem Coaching lernt die Klientin oder der Klienten, diese Sprache des Körpers wieder bewusst wahrzunehmen. Wir arbeiten mit einfachen Wahrnehmungsübungen, wie achtsame Bewegung, Atemtechniken und Meditationen, die helfen den Körper als Sensor für unbewusste emotionale Zustände zu nutzen. Sie lernen Verspannungen, Blockaden oder wiederkehrende Schmerzen als Hinweis auf Emotionen wie Angst, Wut oder Trauer zu erkennen. Sobald ihnen diese Zusammenhänge bewusstwerden, entsteht ein Raum um die dahinterliegenden emotionalen Muster anzuschauen und endlich aufzulösen.

Der Körper zeigt, wo Veränderung nötig ist und wird so zu einem verlässlichen Wegweiser für Heilung. Viele Klienten berichten, dass sie dadurch nicht nur körperlich erleichtert werden, sondern sich auch häufig emotional, klarer und selbstbestimmter fühlen, weil sie gelernt haben Signale rechtzeitig zu erkennen und bewusst darauf zu reagieren, statt sie zu unterdrücken. In meiner Erkrankung in diesem Jahr erging es mir ähnlich: Mein Körper hat mir schon über ein Jahr lang gezeigt, dass ich nach diesen Coachingsessions mit Opfer von Narzissten häufig sehr erschöpft war. Das Gefühl, es nicht länger auszuhalten, nahm zu und doch habe ich gedacht, dass ich für die Betroffenen funktionieren und Dasein muss. Und so habe ich weitergemacht. Doch irgendwann hat mein Körper die Reißleine gezogen und mir verdeutlicht, dass ich mit diesem Thema und mit dieser Arbeit aufhören muss. Wenn wir nicht hören, dann lässt uns unser Körper fühlen, was uns nicht wohltut. Diese Learning ist dann oftmals sehr schmerzvoll, weil wir die kleinen Anzeichen zuvor nicht wahrnehmen wollten.

Du teilst außerdem sehr offen, dass du selbst einen Tiefpunkt nach einer ablehnenden Beziehung erreicht hattest und du dann den Weg zurück in die eigene Kraft gesucht hast. Inwiefern ist diese persönliche Erfahrung für deine heutige Arbeit als Coach und Beraterin essenziell?

Meine persönlichen Erfahrungen war für meine heutige Arbeit als Coach und Berater essenziell. Ich habe selbst erlebt, wie sehr Ablehnung und ungesunde Beziehungen Menschen aus ihrer Mitte reißen können, und wie man körperlich emotional und mental von Menschen abhängig werden kann, die einem nicht guttun. Nach diesem Tiefpunkt habe ich gelernt, dass innere Stärke nicht von außen kommt, sondern dass wir selbst die Verantwortung für unseren eigenen Selbstwert und unser eigenes Wohlbefinden übernehmen müssen. Diese Erfahrung hat mir gezeigt, wie tief sich alte Muster, Selbstzweifel oder das Aufopfern für Andere in meinem Nervensystem eingeprägt hatten und genau das hilft mir heute, meine Klientinnen und Klienten auf Augenhöhe zu begleiten. Ich weiß, wie schwer es ist sich aus emotionaler Abhängigkeit und hormoneller Sucht zu befreien. Es ist oftmals ein langer Prozess sich wieder selbst zu spüren und alte Verletzungen hinter sich zu lassen.

Gleichzeitig habe ich auch erlebt wie transformierend die Erfahrung ist, wenn ich anfange, mich selbst wieder wertzuschätzen, Selbstliebe zu praktizieren und bewusst die eigene Energie zu lenken. Mein persönlicher Weg gibt mir nicht nur die Empathie, sondern auch die Überzeugungskraft und das Verständnis, das Veränderung möglich ist und das wirkt sehr inspirierend auf viele Menschen. Sie fühlen sich gesehen, verstanden und spüren, dass sie selbst den Weg zurück in die eigene Kraft gehen können, wenn ich es auch geschafft habe.

Ein positiver Ruck durch die Gesellschaft entsteht, wenn viele Menschen beginnen, sich diesem zu öffnen und diese andere Denkweise kultivieren würden: Voller Selbstliebe, Achtsamkeit und bewusst gewählte Energie durch ihren Tag zu gehen.”

Was ist die wichtigste Botschaft oder der „Call to Action“, den du jedem Zuhörer mitgeben möchtest, der sich aktuell müde, erschöpft oder wie in einem Käfig der Krankheit fühlt? Wie kann ein positiver Ruck durch die Gesellschaft gehen? Was braucht es dafür?

Die wichtigste Botschaft ist „Heilung beginnt in dir selbst“. Verlass dich nicht nur auf die Schulmedizin, herkömmliche Therapien oder Medikamente, denn du trägst die beste Apotheke und die besten Selbstheilungskräfte in dir. Auch wenn alles erschöpfend erscheint, gibt es in dir diese unbändige Kraft, die frei von Angst, Schmerz oder auch Krankheit ist. Du musst nicht warten, bis jemand oder etwas dich von außen rettet. Jeder kleinste Schritt, jede bewusste Entscheidung die eigenen Energien, Gedanken und Gefühle zu lenken, kann für dich der Funke für Veränderungen und Heilung sein. Ein positiver Ruck durch die Gesellschaft entsteht, wenn viele Menschen beginnen, sich diesem zu öffnen und diese andere Denkweise kultivieren würden: Voller Selbstliebe, Achtsamkeit und bewusst gewählte Energie durch ihren Tag zu gehen. Nicht länger in alte Muster oder äußere Negativität zu investieren, sondern sich innerlich stabiler, klarer und mitfühlender zeigen würden.

Diese Haltung wäre lebensverändernd und würde sich automatisch auf unser Umfeld und damit auf unsere ganze Welt auswirken. Was es dafür braucht, ist Mut, Bewusstsein und Regelmäßigkeit. Die Bereitschaft, mutig voranzugehen, sich zu trauen sich selbst zu spüren, Verantwortung für den eigenen Zustand zu übernehmen und kleine tägliche Rituale zu praktizieren, die Körper, Geist und Seele nähren. So entsteht Schritt für Schritt individuelle Heilung und gleichzeitig ein kollektiver Wandel.

Was wünschst du dir?

Liebe Christin, ich wünsche mir wirklich von Herzen, dass immer mehr Menschen wieder spüren, dass sie Schöpferin ihres eigenen Lebens sind, das Heilung, Freude und innere Freiheit nicht von außen kommen, sondern in jedem von uns bereits angelegt sind. Ich wünsche mir, dass wir als Gesellschaft lernen, einander bewusst zu sehen, zu unterstützen und auf eine friedvolle Weise miteinander umgehen, die Empathie, Selbstverantwortung und Liebe vereint. Mein größter Wunsch allerdings ist es, dass Menschen den Mut finden, sich selbst zu lieben, ihre innere Kraft zu entfalten und so nach und nach eine neue Welt erschaffen, die voller Heilung, Verbundenheit und Lebendigkeit für jeden Einzelnen wieder spürbar ist. Dann hätten wir einen tiefen inneren Frieden in uns, in jedem Menschen und somit in der ganzen Welt.

Durch Kurse, Coaching und Meditation für mehr Selbstliebe und innere Stärke hat Katja Demming unter anderem als Psychologische Beraterin und Autorin schon vielen Menschen geholfen. In ihrer eigenen Coaching-Praxis und über ihren Podcast „Endlich ICH!“ unterstützt sie Menschen dabei, durch Programme wie das „5‑Schritte-Modell“ ihre Selbstliebe und innere Stärke wiederzufinden.

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Bild: © Katja Demming


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