Ist positives Denken gut für den Frieden?

Christin Prizelius | 19.04.24 | Gastbeitrag | © Petra Ilona Prell

Alle Menschen wünschen sich Glück, Erfolg im Beruf, harmonische Beziehungen und angesichts der anhaltenden Krisen und Kriege vor allem Frieden in der Welt. Doch was sind die Fundamente für Glück, Erfolg und Zufriedenheit? Was braucht es, um ein nachhaltig glückliches und friedvolles Leben zu führen? Darüber schreibt Petra Ilona Prell in diesem Gastbeitrag.

Wir alle teilen diese Erde mit allen Lebewesen und wir sind aufeinander angewiesen. Diese Tatsache tief in unser Bewusstsein zu verankern ist von großer Bedeutung für den Frieden. Ohne gute Beziehungen und gegenseitige Wertschätzung haben wir schlechte Chancen auf dauerhaften Frieden. Ziele und Werte für unsere Gemeinschaften und Länder zu erarbeiten, unsere Potentiale zu bündeln, um Gutes für jeden Einzelnen zu bewirken sind selbstverständlich wichtig. Doch im ersten Schritt braucht jeder Mensch für sich persönlich ein klares Bewusstsein über seine wichtigsten Werte, Ziele und Fähigkeiten.

Es ist grundlegend, sich selbst gut zu kennen und wertzuschätzen.

Frieden ist nicht zuerst eine Frage an die Welt, sondern in erster Linie eine Frage des Bewusstseins jedes Einzelnen. Nur wer sich selbst gut kennt und wertschätzt, kann dies an andere weitergeben. Wir alle haben Schattenseiten. Vermeintlich negative Anteile, wie Wut, Ärger, Neid, Aggression und Rechthaberei gehören zu unserem Menschsein. So zu tun, als gäbe es diese Anteile oder Emotionen nicht oder sie abzulehnen, ist nicht durchhaltbar und ebenso wenig zielführend für den Frieden. Positives Denken alleine ist nicht ausreichend, vor allem dann, wenn uns destruktive, alte Prägungen und Denkmuster noch beherrschen.

Wir könnten anfangen, uns zu fragen:

◆ Was sind meine Prägungen, Überzeugungen und Glaubensmuster über mich selbst, andere
Menschen, Völker und Minderheiten?
◆ Was denke ich über das Leben und die Welt? Ist das friedenstiftend?
◆ Wo kommen diese Ideen und Überzeugungen her?
◆ Sind diese Gedanken oder Urteile wirklich aus mir heraus entstanden? Oder habe ich sie möglicherweise unbewusst von meinen Vorfahren und Umfeldern übernommen?
◆ Wie könnte ich es schaffen, aus den Denkmustern des Urteilens über mich selbst und andere
herauszutreten?
◆ Wie könnte ich zu einem liebevollen, gütigen Blick auf mich und andere kommen?

Positives Denken kann hilfreich sein, doch ohne Gefühl fehlt Wesentliches:

Die Wichtigkeit des Mindsets ist heute bereits vielen Menschen bekannt. Die Idee, man könne mit der bloßen und verstandesorientierten Einstellung und dem fleißigen Wiederholen von positiven Glaubenssätzen alles kreieren, was das Herz sich wünscht, ist inzwischen populär. Das Mindset meint unsere gedanklichen Haltungen, Einstellungen und Überzeugungen. Der Verstand und dessen Einstellung sollen neben unserer Tatkraft und Strategie das Erfolgsrezept für ein erfolgreiches und glückliches Leben sein. Menschen und alle Lebewesen beinhalten elektrisch geladene Teilchen. Die Bewegung der Teilchen erzeugt elektrische Felder zum Beispiel im Gehirn. Durch das EEG, EKG und MRT ist das inzwischen messbar. Das Herz, im Volksglauben bekannt als der Sitz des Gefühls, hat im Vergleich zum Gehirn das deutlich größere Energiefeld. Vielleicht spielt das Gefühl im Vergleich zum Verstand die wichtigere Rolle für eine friedvolle Welt.

“Auf eine feinstoffliche Art und Weise durchdringt Energie und Frequenz alles und jeden und sie verbindet uns.”

Heute können Lichtstrahlungen in Zellen, Pflanzen und Lebewesen durch eine Biophotonen-Kamera sichtbar gemacht werden. Wir wissen inzwischen um die elektromagnetischen Felder alles Lebendigen.
Überlieferungen zum Beispiel aus dem Sanskrit und der traditionellen chinesischen Medizin nehmen schon lange ein Energiefeld als wichtige Grundlage unseres Daseins an. Immer mehr Menschen berichten von ihren außerkörperlichen Erfahrungen und paranormalen Erlebnissen. Möglicherweise irrt sich die Wissenschaft und das Bewusstsein existiert auch außerhalb des Gehirnes. Unzählige Erfahrungsberichte und Indizien weisen darauf hin. Auf eine feinstoffliche Art und Weise durchdringt Energie und Frequenz alles und jeden und sie verbindet uns. Glück und Erfolg sind deshalb aus meiner Sicht die Folge eines geordneten, gestärkten Energiefeldes und Geistes. Schon alleine mit unserem Bewusstsein und unseren Gedanken können wir wirksam werden. Unser Bewusstsein, gepaart mit einem guten Gefühl, kann friedvolle und geordnete Frequenzen erzeugen. Energie und Frequenz sind wichtige Schlüssel. Positives Denken ist nur ein Teil davon.

Ein breites Verständnis für psychische Erkrankungen wäre friedenstiftend:

Entwicklungstraumatisierte Menschen zum Beispiel haben eine geringere Stresstoleranz als andere. Gedanken, Emotionen und Impulse wie Angst und Aggression sind für sie schwerer zu kontrollieren. Sie geraten schneller aus ihrer emotionalen Mitte als andere. Belastende Gefühle ‑und damit auch ungeordnete Frequenzen und Energien- überschwemmen sie geradezu. Ohnmacht und existenzielle Ängste sind häufige Lebensbegleiter. Es sind die in der Kindheit lieblos behandelten, einsamsten und ängstlichsten Menschen, welche mit Aggression und folglich Gewalt reagieren. Ich möchte darauf hinweisen, dass dies selten eine bewusste Wahl oder Entscheidung ist. In keinem Fall kann das alleine durch positives Denken oder Mindset-Training gelöst werden. Hier ist professionelle und empathische Unterstützung durch Therapeuten und Psychologen notwendig.

“Frühe Prägungen in der Kindheit, der Einfluss unserer Vorfahren und einiges mehr sind Ursachen, die zu belastenden Gefühlen und Überzeugungen über uns selbst und die Welt führen.”

Warum wir die Frequenz und Schwingung nutzen sollten:

Gefühle haben eine Frequenz, Worte haben eine Frequenz, Gedanken haben eine Frequenz. Alles, was wir denken, fühlen, sprechen und tun, hat Wirkung auf uns selbst und andere. Frühe Prägungen in der Kindheit, der Einfluss unserer Vorfahren und einiges mehr sind Ursachen, die zu belastenden Gefühlen und Überzeugungen über uns selbst und die Welt führen. Diese Einflüsse haben auch Auswirkungen auf der Ebene unserer Schwingung und Frequenz. Kennen Sie das: Sie kommen in einen Raum mit Menschen und spüren hier ist miese Stimmung? Auf einer subtilen Ebene können die meisten Menschen Schwingung, Energie oder Frequenz wahrnehmen. Wir nehmen die Frequenz der anderen wahr und resonieren entsprechend. Wäre es nicht weise, diesen wichtigen Aspekt, der uns alle verbindet, zu berücksichtigen und durch unser Denken, Fühlen und Handeln positive Frequenzen und Felder zu erzeugen, Felder, die uns selbst und unserem Umfeld zu Gute kommen? Dazu gehört mehr, als nur positiv zu denken.

Bild: © Petra Ilona Prell

“Wenn wir es erreichen, ein Gefühl des Friedens in uns selbst herzustellen, haben wir schon sehr viel für den Frieden getan.”

9 Impulse für eine friedlichere Welt:

  1. Fangen wir an, uns selbst und andere besser verstehen zu wollen.
  2. Fangen wir an, mitfühlender mit uns selbst und anderen zu sein.
  3. Fangen wir an, unsere destruktiven und häufig in der Kindheit entstandenen Prägungen zu
    transformieren, indem wir sie bewusst wahrnehmen und mitfühlend anerkennen.
  4. Fangen wir an, das Gemeinsame, das Verbindende zu sehen, als immer wieder den Fokus auf
    das Trennende zu legen.
  5. Fangen wir an, achtsamer und liebevoller mit unseren Gedanken, Worten und Gefühlen
    umzugehen.
  6. Befragen wir unser Herz und öffnen wir unser Herz für uns selbst und andere, anstatt
    vorschnell zu urteilen.
  7. Nutzen wir unseren Verstand, um mit dem Herzen und Gefühl stabile Brücken zu uns selbst
    und unseren Mitmenschen zu bauen.
  8. Fangen wir an, dankbar für das zu sein, was bereits da ist, anstatt das zu beklagen, was fehlt.
  9. Fangen wir an, eine Frequenz von Frieden, Freude und Liebe in uns selbst zu erzeugen.

Positives Denken kann seinen Teil zum Frieden beitragen, sofern wir keine Überlagerungen durch destruktive Prägungen in unserem unbewussten Teil des Geistes haben. Es ist grundlegend, auch positiv fühlen zu können. Wenn wir es erreichen, ein Gefühl des Friedens in uns selbst herzustellen, haben wir schon sehr viel für den Frieden getan.

Einem persönlich als Mensch gerecht zu werden und zu einer friedvollen, glücklichen Balance und der individuellen Zielerreichung beizutragen ist der Grundsatz der Arbeit von Petra Prell. Sie ist Mental-Master-Coach und Autorin und arbeitete u.a. bisher als Pädagogin mit allen Altersgruppen in Kinder- und Jugendeinrichtungen. Viele Jahre Erfahrung und Weiterbildung in der stationären Jugendhilfe mit traumatisierten Jugendlichen gaben ihr ein tiefes Verständnis, wie frühkindliche Traumata wirken und wie psychische Beeinträchtigungen entstehen. Außerdem war sie Projektverantwortliche und Trainerin im Bereich Wertschätzende Kommunikation für ehrenamtliche Mitarbeiterinnen beim Kinderschutzbund und schulte dort die Ehrenamtlichen in einer Form der gewaltlosen Kommunikation. Seit 2013 führt sie ich eine Coachingpraxis und begleitete mehr als tausend Coaching-Prozesse.

Mehr unter: www.petraprell.de sowie HIER zum Buch

© Petra Ilona Prell


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