Gemeinsam für eine bessere Welt

Trennung verstehen und begleiten.

Christin Prizelius | 10.06.2026 | Gastbeitrag von Ulrike Dobelstein-Lüthe | © ChatGPT Image

Trennungen gehören zum Leben. Und trotzdem gehören sie zu den Themen, über die viele Menschen nur schwer sprechen können. Vielleicht, weil sie oft mit Schmerz, Unsicherheit oder Schuld verbunden sind. Vielleicht aber auch, weil wir gesellschaftlich noch immer gelernt haben, Trennung vor allem als Scheitern zu betrachten, statt als einen komplexen Veränderungsprozess, der viele Menschen gleichzeitig betrifft. Denn wenn eine Beziehung auseinander geht, betrifft das selten nur zwei Menschen. Darüber schreibt Ulrike Dobelstein-Lüthe als Geschäftsführerin der Fürstenberg Foundation in ihrem Gastbeitrag und macht dabei auf eine Veranstaltung zum Thema „Trennung verstehen & begleiten” aufmerksam.

Speziell wenn Eltern sich trennen, verändert sich oft das gesamte emotionale Gefüge einer Familie. Routinen brechen weg, Wohnsituationen verändern sich, Konflikte werden spürbar und Verlässlichkeit fühlt sich plötzlich anders an. Besonders Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene erleben diese Veränderungen häufig intensiv. Auch dann, wenn sie nach außen ruhig wirken. Viele junge Menschen versuchen in solchen Situationen vor allem eines: niemandem zusätzlich zur Last zu fallen.

Sie vermitteln zwischen Elternteilen, ziehen sich zurück, übernehmen Verantwortung oder versuchen, „stark“ zu bleiben. Gefühle wie Unsicherheit, Wut, Traurigkeit oder Loyalitätskonflikte bleiben dabei oft unausgesprochen. Nicht, weil sie nicht da wären, sondern weil vielen Menschen die Sprache oder der Raum fehlt, darüber offen zu sprechen.

Bild: © Fürstenberg Foundation

Dabei geht es bei Trennung nicht nur um familiäre Veränderungen. Auch junge Erwachsene erleben eigene Beziehungskrisen, Liebeskummer, Freundschaftsabbrüche oder andere Abschiede, die emotional tief prägen können. Gerade in einer Zeit, in der Beziehungen, Identität und Zukunft ohnehin oft im Wandel sind, können solche Erfahrungen das eigene Sicherheitsgefühl erschüttern. Und dennoch liegt genau darin auch etwas Wichtiges: die Möglichkeit, anders über Beziehungen, Konflikte und emotionale Gesundheit zu sprechen. Vielleicht brauchen wir gesellschaftlich weniger die Frage: „Wie vermeiden wir jede Krise?“ und mehr die Frage: „Wie begleiten wir Menschen gut durch schwierige Zeiten?“.

Denn nicht jede Trennung lässt sich verhindern. Aber wie wir miteinander umgehen, wie wir kommunizieren und wie wir junge Menschen in belastenden Situationen begleiten, macht einen Unterschied. Kinder und Jugendliche brauchen dabei nicht perfekte Erwachsene. Sie brauchen Orientierung, Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und das Gefühl, mit ihren Emotionen nicht allein zu sein. Oft hilft nicht die perfekte Antwort, sondern Zuhören, Offenheit und die Bereitschaft, Gefühle ernst zu nehmen.

Bild: © Fürstenberg Foundation

Genau darum soll es bei der Veranstaltung „Trennung verstehen & begleiten – Impulse für Familien, Jugendliche & junge Erwachsene“ gehen, die am 24. Juni 2026 in Hamburg stattfindet. Die Veranstaltung der Fürstenberg Foundation in Kooperation mit der Bucerius Law School möchte bewusst unterschiedliche Perspektiven zusammenbringen: Psychologie, Familienrecht, persönliche Erfahrungen und gesellschaftliche Fragen. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur Konflikte oder Probleme, sondern vor allem die Frage, was Menschen in herausfordernden Lebenssituationen wirklich hilft.

„Oft beginnt Veränderung genau dort, wo Menschen anfangen, ehrlicher über ihre Erfahrungen zu sprechen.”

Mit dabei sind unter anderem die Singer-Songwriterin Miss Allie, Familientherapeutin Mareike Fell, Rechtsanwältin und Fachanwältin für Familienrecht Bettina Bachinger sowie Journalist und Podcaster Andreas Wrede, bekannt durch den Podcast „Wenn Eltern Feinde werden“. Es soll ein Abend werden, der Raum schafft für Austausch, Verständnis und neue Perspektiven. Sensibel, offen und ohne Stigmatisierung. Denn oft beginnt Veränderung genau dort, wo Menschen anfangen, ehrlicher über ihre Erfahrungen zu sprechen.




Weitere Informationen zur Veranstaltung:


„Trennung verstehen & begleiten – Impulse für Familien, Jugendliche & junge Erwachsene“
Juni 2026, 19–21:00 Uhr, Bucerius Law School in Hamburg

Mehr Infos:
www.fuerstenberg-foundation.de


Bild: © Fürstenberg Foundation

Ulrike Dobelstein-Lüthe ist die Geschäftsführerin der Fürstenberg Foundation, wo sie sich maßgeblich für die Stärkung der mentalen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen einsetzt, um jungen Menschen ein stabiles Fundament für ihre Zukunft zu bieten. Mit ihrer langjährigen Expertise prägt sie die strategische Ausrichtung der Stiftung, um innovative Präventionskonzepte in die Arbeitswelt und Gesellschaft zu tragen. Dabei verbindet sie leidenschaftlich unternehmerisches Denken mit sozialer Verantwortung, um nachhaltige Lösungen für mentale Wohlbefinden zu schaffen.

Bild: © Fürstenberg Foundation


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