Wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, leben wir in einer Welt, die uns ununterbrochen Fülle, Freiheit und das nächste große Level verspricht – doch am Ende fühlt sich oft einfach alles nur noch nach zu viel an. Genau dieses Gefühl hat Christin in den letzten Wochen nicht mehr losgelassen und sie hat sich eine wichtige Frage gestellt: Wo bleibt eigentlich das „Genug“ in unserem durchoptimierten Alltag? Darüber schreibt sie in ihrer heutigen Kolumne. Schnapp dir also gerne deine Tasse, lehn dich zurück und begleite sie in ihrem heutigen Beitrag auf der Suche nach ein bisschen mehr Raum zum Durchatmen.
Kennst du das Gefühl, wenn du vor einem riesigen Buffet stehst? Die Auswahl ist fantastisch. Es gibt Sushi, Rinderbraten, vegane Pasta, indisches Curry und eine Schokoladenfontäne. Du füllst deinen Teller, weil alles so verlockend riecht und du bloß nichts verpassen willst. Doch nach dem dritten Gang stellt sich nicht das erhoffte Glücksgefühl ein, sondern eine schwerfällige, träge Sättigung. Genau so fühlt sich mein Alltag in letzter Zeit an. Allerdings stehe ich nicht in einem Restaurant, sondern mitten in meinem ganz normalen Leben.
„Wir leben in einer Epoche der dauerhaften Superlative. Es gibt nicht mehr nur „etwas“, es gibt von allem zu viel. Öffnest du dein Smartphone, wirst du von einer Flut aus Benachrichtigungen, Sprachnachrichten und reißerischen Headlines überspült. Auf deiner Playlist warten hunderte Podcasts darauf, gehört zu werden; auf deinen Streaming-Plattformen stapeln sich die Serien, die du in diesem Leben vermutlich nie mehr fertig schauen wirst.”
Sogar bei den simpelsten Entscheidungen schlägt das Zuviel zu. Wer heute eine Hafermilch kaufen möchte, steht im Supermarkt vor einer Wand aus Produktvarianten: Bio, Barista, Calcium, ungesüßt, extra cremig. Was als Freiheit gedacht war, fühlt sich seltsam erschöpfend an. Es ist das berühmte Paradox of Choice: Je mehr Optionen wir haben, desto weniger genießen wir das, wofür wir uns letztlich entscheiden. Im Hinterkopf nagt immer die leise Frage, ob die andere Option nicht doch besser gewesen wäre. Besonders tückisch wird es jedoch, wenn der Optimierungswahn in unseren Alltag und unsere persönliche Entwicklung eingreift.
Da ist noch ein Kongress, noch ein Summit oder das nächste exklusive Retreat, das dir Besserung verspricht. Noch ein neues Produktformat, das dir genau das garantiert, wonach du dich tief drinnen sehnst – wenn du nur diese X Schritte aus dem kostenpflichtigen PDF, dem Video oder dem Online-Workshop berücksichtigst. Das Versprechen dahinter ist gigantisch: unendliche Freiheit, monetäre Fülle oder gleich das komplette spirituelle Erwachen.
Aber was, wenn alles zu viel wird?



Was, wenn der nächste Selbstoptimierungskurs nicht die Befreiung bringt, sondern einfach nur einen weiteren Punkt auf einer ohnehin schon überquellenden To-do-Liste bedeutet? Die modernen Ratgeber und Online-Gurus sagen uns ständig, dass wir alles haben und alles sein können. Was sie uns verschweigen: Dass die Summe aus lauter theoretisch „guten“ Dingen am Ende einfach nur gigantischer, lähmender Stress sein kann.
„Letzte Woche saß ich abends auf dem Sofa. Der Fernseher lief, ich scrollte auf dem Handy durch soziale Medien und hatte ein Buch meiner lieben Kollegin Susanne (DIE ROTHSCHILDS — Eine Familie beherrscht die Welt) auf dem Schoß liegen. Drei Medien gleichzeitig – und doch fühlte ich mich merkwürdig leer. Mein Kopf glich einem Internet-Browser, bei dem dreißig Tabs offen sind und irgendwo im Hintergrund leise Musik läuft, aber man findet einfach nicht mehr das Fensterchen, um sie auszuschalten.”
In diesem Moment wurde mir klar: Wir haben verlernt, wie sich genug anfühlt. Das Problem mit dem Zuviel ist nämlich, dass es uns die Fähigkeit nimmt, das Einzelne wertzuschätzen. Wenn der Kalender überquillt und die Liste der zu absolvierenden Online-Kurse immer länger wird, verkommt selbst die Suche nach Erfüllung zu einer Aufgabe, die man nur noch abarbeiten möchte. Wenn wir alles konsumieren, spüren wir am Ende gar nichts mehr. Ich habe beschlossen, einen Schritt zurückzutreten. Nicht, weil ich zur radikalen Einsiedlerin werden möchte – ich liebe die Möglichkeiten unserer Zeit. Aber ich brauche wieder mehr Raum zwischen den Dingen. Raum zum Durchatmen. Mein neues Experiment heißt daher: Weglassen.
Ich habe angefangen, Benachrichtigungen stumm zu schalten und mich von Newslettern abzumelden, die mir noch mehr Erleuchtung verkaufen wollen. Ich schaue Serien wieder zu Ende, bevor ich neue anfange. Und im Supermarkt greife ich einfach nach der ersten Hafermilch, die mir in die Hände fällt. Es ist erstaunlich, wie viel Leichtigkeit entsteht, wenn man sich erlaubt, Dinge nicht zu tun, nicht zu wissen und nicht zu konsumieren.
„Die Kunst liegt wohl darin, zu erkennen, dass echte Fülle nicht entsteht, indem man den Teller immer weiter belädt. Fülle entsteht dort, wo wir dem einzelnen Moment wieder Platz machen, damit er wirken kann.”
Vielleicht ist das die wichtigste Erkenntnis für uns alle: Weniger ist nicht einfach nur weniger. Manchmal ist weniger genau das, was uns rettet. Was sind deine Gedanken dazu?
Ich freue mich auf den Austausch mit dir dazu,
deine Christin

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Dann schreibe mir eine Mail an christin@pureandpositive.com und komme unverbindlich beim nächsten digitalen Kaffee in unseren Inner Circle. Ich freue mich auf dich.








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