Gemeinsam für eine bessere Welt

Liebe ist die Antwort. Immer.

Christin Prizelius | 07.06.2026 | Kolumne von Susanne Schindler | © Susanne Schindler

Nach dem inspirierenden Auftakt unserer neuen Kolumne nimmt Susanne Schinder uns heute noch ein bisschen tiefer mit auf ihre Reise. Das soll einen Raum schaffen für ehrlichen Austausch, neue Perspektiven und eine ordentliche Portion Optimismus — auch bei einer Trennung bzw. Scheidung. Begleite uns durch das nächste Kapitel von Pure & Positive, in dem wir gemeinsam herausfinden, was alles tatsächlich möglich ist.

Morgen ist mein Scheidungstermin. “Bis ans Ende unserer Tage” hat für uns leider nicht funktioniert. Wir sahen alte Paare Hand in Hand auf der Parkbank sitzen und haben uns vorgenommen: “So werden wir auch mal.”. Das schaffen wir wohl nicht mehr — jedenfalls nicht miteinander.

Unsere Zeit begann leicht: voller Träume, Abenteuer und Leichtigkeit. Wir haben zusammen gelacht, getanzt, unsere Zukunft geplant, unsere kleine eigene Familie gegründet. Wir waren ein Team, beste Freunde … Ich war deine Traumfrau … doch nach über 20 Jahren war davon nicht mehr viel übrig.

Mit der Zeit übernahm die Verantwortung: die Jobs, der Hausbau, das Elternsein — die Leichtigkeit verschwand über all die Jahre. Stück für Stück. Still und leise hat sich unsere Verbindung verändert. Ich hatte unser WIR geliebt — aber MICH dabei aus den Augen verloren.

Auf dem Weg habe ich geredet, nachgefragt, wollte es besser machen. Ich wollte, dass es funktioniert. Für uns. Ich habe dir gesagt, was mir nicht gefällt. Was ich beobachte. Dass ich merkte, wie WIR auseinanderbrechen.

Erst mit Abstand fällt mir auf: ich habe dir nie gesagt, wie es mir wirklich damit ging. Dass ich mich nicht so stark fühlte, wie ich von außen wirke. Dass ich deine Hilfe brauchte. Dass ich immer öfter darüber nachdachte zu gehen, weil ich nicht mehr weiter wusste. Ich wusste nur, dass ich es SO nicht mehr ertragen wollte.

 

„Ich habe geredet und geredet und nichts hat sich verändert. Über Jahre. Bis ich stiller wurde … leise … stumm. Und wie so oft in meinem Leben: wenn ich das Gefühl habe, dass mein Reden nichts verändert und ich die einzige bin, die ein System lebendig hält, bin ich gegangen…

 

Ich war einsam in den letzten Jahren unserer Ehe. Du wahrscheinlich auch. Wir haben nie darüber gesprochen.Wir haben es nicht geschafft.

Bis zum Schluss dachtest du, ich würde bleiben.
Hatte ich gehofft, dass du um mich kämpfst? Vielleicht.
Hätte das meine Meinung geändert? Wahrscheinlich nicht.

Du wolltest helfen, aber keine Verantwortung tragen.
Ich hätte deine Hilfe so dringend gebraucht, dich aber nie danach gefragt.
Zwei verletzte Kinder, die sich ihre Wunden spiegeln.
Damals konnte ich das noch nicht sehen.

Morgen sehen wir uns nach so langer Zeit wieder. Dieses Mal vor Gericht. Wahrscheinlich zum allerletzten Mal. Ich wünsche dir von Herzen nur das Beste. Leb wohl!

 

„Ich bin nicht mehr dieselbe Frau, die damals ging. Ich bin jetzt wieder ich selbst. Ich liebe mein Leben und alles darin. Ich bin dankbar für meinen Weg voller Steine, Verluste, Hinfallen und Wiederaufstehen — voller Tränen, voller Liebe, voller Lachen, voller Vertrauen.”

 

Und doch bin ich wieder bereit für die Liebe. Nicht mehr mit der rosaroten Brille von damals. Sondern ehrlicher. Offener. Bewusster. Denn Liebe ist die Antwort. Immer. ❤️

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Bis in zwei Wochen,
deine Susanne

P.S.: Für alle, die nach meinem letzten Beitrag hier auf eine Fortsetzung gehofft haben: entschuldigt bitte. Manchmal kommt einfach das Leben dazwischen. Nächstes Mal greife ich wieder darauf zurück. Wenn nichts dazwischen kommt 😉

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