Gemeinsam für eine bessere Welt

Gemeinsam sind wir weniger allein.

Christin Prizelius | 24.05.2026 | Kolumne von Susanne Schindler | © Susanne Schindler

Hallo ihr Lieben, mein Name ist Susanne und ich bin neben Christin eine von zwei Gründerinnen von Pure & Positive. Wir möchten euch tiefer mitnehmen: in unsere Gedanken, unser Leben, unsere Vision. Deswegen starte ich heute mit einer Kolumne, die im wöchentlichen Rhythmus sonntags erscheinen wird. Ich starte heute und nächste Woche übernimmt Christin und dann immer so weiter. Wenn du nichts verpassen möchtest, abonniere doch direkt unseren Newsletter — dann bist du immer mittendrin. Wir möchten mit euch in den Austausch gehen, euch an unseren Erfahrungen teilhaben lassen und unsere Vision mit euch teilen: Wir möchten diese Welt wieder heller gestalten — gemeinsam 💕 Ich glaube daran, dass wenn jeder einzelne seine Vergangenheit hinter sich lassen kann, wir die Stimmung auf unserer Erde erhöhen und es für uns alle leichter wird...

Wenn wir uns echt zeigen — in unserer Angst, unserer Trauer, unserer Wut, unserer Scham. Ohne Angst, dass der andere uns in seine Schublade steckt oder über uns urteilt. Und das funktioniert nur, wenn wir das mit anderen auch nicht tun. Und das wiederum klappt nur, wenn wir erkennen, dass jeder einzelne handelt, wie es ihm seine Konditionierung vorgibt. Als Kinder schauen wir uns vieles von unseren Eltern ab und übernehmen es unbewusst. Nicht nur die schönen Dinge — wir erleben Zurückweisung, verlieren liebe Menschen, fühlen uns nicht “gut genug”. Wenn ich auf meine eigene Entwicklung in den letzten sechs Jahren zurückschaue, komme ich zu dem Schluss, dass jeder Trigger, der in uns ausgelöst wird, immer zur selben Quelle zurückführt: “Ich fühle mich nicht gut genug.”. Ich habe erkannt, dass uns niemand — wirklich niemand, das Gefühl von “Ich bin genug” geben kann — denn dann hätte dieser jemand auch “die Macht”, es uns wieder nehmen zu können. Wir fühlen uns gut genug, wenn wir es wirklich FÜHLEN. Nicht dein Gegenüber. Nicht deine Eltern. Nicht dein Chef. Du. Du ganz allein ❤️ Und genau darum geht es: wir dürfen wieder ins Fühlen kommen. Und hier möchte ich euch gerne etwas über mich erzählen. Denn vor noch sechs Jahren war ich ein absoluter Kopfmensch. Ich habe funktioniert und das ziemlich gut. Ich hatte alles, was ich immer wollte und dennoch fühlte sich jeder Tag so grau und leer an — obwohl ich dachte, an dem Punkt meines Lebens glücklich sein zu müssen. Aber von vorne …

„Und genau darum geht es: wir dürfen wieder ins Fühlen kommen. Und hier möchte ich euch gerne etwas über mich erzählen. Denn vor noch sechs Jahren war ich ein absoluter Kopfmensch. Ich habe funktioniert und das ziemlich gut. Ich hatte alles, was ich immer wollte und dennoch fühlte sich jeder Tag so grau und leer an — obwohl ich dachte, an dem Punkt meines Lebens glücklich sein zu müssen.”

Ich bin in Dresden aufgewachsen als mittlere von drei Schwestern. Ich habe nach dem Abitur eine Ausbildung gemacht und dann ‑neben dem Job- habe ich noch ein Marketing-Abendstudium drangehangen. Ich wollte ins Marketing, doch meine Abinote war zu schlecht — ich habe hier keine Ausbildung gefunden. Keiner fragte, warum ich mein Abi mit 3,5 abgeschlossen hatte — von meiner Omi höre ich immer noch die Enttäuschung darüber. Was keiner erzählt, ist, dass sich meine Eltern vorher getrennt  hatten. Sie stritten jeden Abend — ich habe keine Nacht mehr wirklich geschlafen — mein Nervensystem war im Überlebensmodus. Danach wohnte ich mit meiner jüngeren Schwester bei meiner Mutter und ihrem neuen Freund. Ich habe es mit ihm keine Minute alleine in dieser Wohnung ausgehalten, also bin ich sehr früh zu meinem damaligen Freund “geflüchtet”. Ziemlich zeitnah erkrankte mein Vater an Leukämie und verstarb kurze Zeit später. Mein Leben riss das erste Mal völlig auseinander. Ich fühlte mich hilflos, alleine, unendlich traurig. Und ich hatte das Gefühl, mit niemandem darüber sprechen zu können. In meiner Familie gibt es keine Probleme und darüber sprechen… schon mal gar nicht. Die Trauer hat mich über Jahre aufgefressen. Und ich war happy, überhaupt irgendwie das Abitur geschafft zu haben.

Ich bin also sehr früh Zuhause ausgezogen und habe mir nach und nach das Leben aufgebaut, von dem ich dachte, dass es mich glücklich macht: Guter Job, der Liebe wegen ins Rheinland gezogen, Marketing studiert, besserer Job, Haus gekauft, geheiratet und eine wunderbare Tochter geboren. Und weil ich dachte, dass ich alles schaffen kann, ein Jahr später wieder Vollzeit in den Job und die Karriereleiter hochgerannt: Mitarbeiter geführt, einen schicken Dienstwagen gefahren, Designerklamotten getragen, um in diese Rolle zu passen. Dann kam der nächste Schlag: meine Schwester und beste Freundin teilte uns an Weihnachten mit, dass sie an Krebs erkrankt war. Mir riss es den Boden unter den Füßen weg. Und wieder habe ich nicht darüber gesprochen. Ich habe heimlich geweint — jeden Tag auf dem Weg ins Büro und auch wieder zurück. Im Job funktioniert. Zuhause funktioniert. Und so dauerte es nicht lange, bis ich mit Vollgas im Burnout landete. Damals dachte ich, mein Chef wäre schuld an der Situation im Büro. Zuhause dachte ich, ich müsste alles zusammenhalten. Bis nichts mehr ging — ich brach einfach zusammen. Stopp! Pause! Psychologische Hilfe? Eher Warteliste für 4–6 Monate. Oder du lässt dich mit einem Kleinkind einweisen? Für mich keine Option. Also habe ich endlich mal “Pause” akzeptiert. Keine Forderung von außen, nur ich, meine Gedanken, meine Gefühle. Ich habe wochenlang nur Tee getrunken, Blumen gekauft und “Schöner Wohnen”-Zeitschriften angesehen. Ohne Ziel … 

Um dann zu erkennen, dass niemand anderes schuld war an dieser Situation. Nur ich … Ich habe Dinge zugelassen, die nicht mit meinen Werten zusammenpassen. Ich habe nicht auf mich aufgepasst. Ich war nicht gütig zu mir selbst. Ich war mir nicht genug. Auch meine Schwester erlag dem Krebs und hinterließ drei kleine Kinder… Beide gingen nicht älter als 45 Jahre alt und beide waren nicht bereit dafür. Beide wollten noch so viel sehen von dieser schönen Welt und beide hatten keine Möglichkeit mehr dazu. Mit dem Tag der Diagnose war das gewohnte Leben vorbei und es ging nur noch um die vermeintliche Rettung. Die nicht eintrat… Da stand ich nun — ich war 40 Jahre alt und hatte unbewusst meinen Tod vorbereitet: meine Familie war abgesichert für den Fall der Fälle und auch ich für die Jahre meines Kampfes um Leben und Tod. Bis mir auffiel, dass ich nicht mit dem Fall gerechnet habe, noch 50 Jahre leben zu können. Meine Omis sind beide weit über 90 Jahre alt geworden… Was mache ich denn dann??? Da bin ich endlich aufgewacht. Dann begann meine eigentliche Reise. Und ich freue mich darauf, euch beim nächsten Mal mehr davon zu erzählen. 

Wenn ihr Lust habt, kommentiert gerne, stellt Fragen oder teilt eure Erfahrungen. Mir war z.B. in meiner Trauer lange gar nicht bewusst, dass jeder Einzelne von uns auch im Laufe des Lebens liebe Menschen verliert. Und schon fühlte ich mich weniger alleine. Also teilen wir doch unsere Erfahrungen, geben uns Tipps oder teilen Kontakte, die helfen könnten. 

„Gemeinsam sind wir weniger allein. 

Gemeinsam sind wir stärker. 

Wir sind alle eins.”

Ich wünsche euch eine wundervolle Woche und eine tolle Zeit, ❤️

eure Susanne



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