Gemeinsam für eine bessere Welt

Zeit für mehr schöne Gefühle.

Christin Prizelius | 05.07.2026 | Kolumne von Susanne Schindler | © Susanne Schindler

Habt ihr euch in letzter Zeit auch manchmal dabei ertappt, dass die To-do-Liste im Kopf viel lauter ist als die kleinen Glücksmomente des Tages? Es reicht – wir müssen den schönen Momenten wieder bewusst den Vortritt lassen. In unserer heutigen Pure & Positive-Kolumne nimmt Susanne euch wieder mit auf ihren weg und möchte euch am Ende genau dazu einladen und sagen: Es ist allerhöchste Zeit für mehr schöne Gefühle...

In meiner ersten Kolumne habt ihr einen kurzen Einblick in die ersten 40 Jahre meines Lebens erhalten. Rückblickend betrachtet waren sie recht unbewusst gelebt: Ich habe Dinge getan, weil “man die eben so macht” und einfach reagiert, ohne zu hinterfragen, warum mich einige Dinge mehr triggern als andere. Jeder Tag war recht gleich, keine neuen Impulse, alles war also “normal”.

Und dann kam der Abend, der alles verändern sollte …

Ich war auf dem Rückweg vom Büro nach Hause — es regnete. Wie jeden Abend war es schon spät und dunkel. Ich auf demselben Weg wie jeden Tag auf Autopilot. Kennt ihr das, wenn ihr nicht mehr wisst, wie ihr die letzten zehn Minuten von A zu Ort B gelangt seid? Jeder Tag war gleich. Jeder Abend war gleich. Und morgen alles wieder von vorne. Ich fuhr um die Kurve und vor mir: nasse Strassen, Regentropfen auf der Frontscheibe, Bremslichter, alles rot und ich rollte einfach weiter. In mir: einfach nur Leere. Die Zeit schien still zu stehen …

Und dann schoss mir nur diese eine Frage durch meinen Kopf: 

“Wofür bremst du eigentlich?” 

Absolute Stille … Aber: Keine Antwort. Ich bremste dann doch — fast schon mechanisch. Alles ist gut gegangen. Innerlich: immer noch Leere — kein Gefühl, keine Regung. Nichts. Also fuhr ich weiter nach Hause zu meinem Mann und unserer Tochter. Der Abend war wie immer. 

Doch diese Frage in meinem Kopf blieb:

“Wofür bremst du eigentlich?”

Und diese Frage ließ mich einfach nicht mehr los. Ich wusste nur: Das hier kann doch nicht LEBEN sein! Das kann doch nicht alles gewesen sein! Das Leben kann doch nicht nur aus Verpflichtungen bestehen! Wo ist der Spaß? Wo ist die Lebensfreude? Wo bitteschön ist meine Leidenschaft geblieben? Mein Feuer? Meine Neugier auf das Leben?

Ich schaute zurück auf das, was wir uns Stück für Stück aufgebaut hatten. Es war doch alles so, wie ich es mir immer vorgestellt hatte. Warum fühlte es sich dann so leer an? So leblos? Zu wem gehörten die traurigen Augen im Spiegel? Ich erkannte mich manchmal selbst nicht mehr … 

Ich hatte doch alles, was ich mir vorgestellt hatte — bin meinen Zielen jahrelang hinterhergelaufen — so lange, bis ich sie erreicht hatte. Und ich dachte immer: wenn ich Ziel X erreicht habe, werde ich glücklicher. Genauso wie bei Ziel Y und Z. 

Nur blieb die erwartete Freude aus. Die Dankbarkeit blieb aus. Das Glücksgefühl blieb aus. 

Denn ich rannte ja schon weiter zum nächsten Ziel …

Doch wie kann ich glücklicher werden, wenn alle Ziele auf meiner Liste abgehakt sind? Brauche ich überhaupt eine neue Liste? Was wollte ich eigentlich noch von meinem Leben? Ich wußte nur, dass geht so nicht mehr weiter …

Mein erster Gedanke: Ich möchte wieder mehr Spaß in meinem Leben. Aber wie? Irgendwie hatte ich vor lauter Funktionieren vergessen, was mir Freude bringt. Verrückt oder? Mein Leben war so in Stein gemeißelt, dass ich gar nicht mehr spürte, was mir gut tat und was nicht. Ich habe verlernt zu fühlen. In mich rein zu spüren. Mir zuzuhören. Mich überhaupt zu hören. Wer war ich eigentlich? Was macht mir überhaupt noch Spaß? Stille …

Was machte mir denn früher Spaß? Wobei habe ich als Kind die Zeit vergessen? Was wollte ich jeden Tag machen? Was brachte mich in die Leichtigkeit? Das war ein Ansatzpunkt. Doch das fiel mir zu Beginn schwer. Ich war ratlos … 

Also habe ich zu Beginn sogar erst einmal “nur” gespürt, was mir KEINEN Spaß macht — das fiel mir einfach leichter: Ein Ziehen im Magen, ein “Ja”, das eigentlich doch ein “Nein” war, fehlende Motivation, Müdigkeit, diese erdrückende Schwere. Ich habe angefangen, meinen Körper wieder zu spüren und auf die Signale zu hören, die er jeden Tag sendet.

Ich hatte nur aufgehört zuzuhören, weil mein Kopf so viel lauter war und ich voller Verantwortungsgefühl. Ich habe mich das erste Mal endlich nicht weiter optimiert, sondern fing an, Dinge wegzulassen, die mir keinen Spaß mehr machten. Nicht noch mehr oben drauf, sondern einfach mal etwas weglassen …

Klingt erst einmal einfach, war für mich aber zu Beginn total ungewohnt. Nicht nur für mich, auch für andere: Auf einmal sagst du “Nein” oder bist nicht mehr überall dabei. Menschen wenden sich von dir ab, weil du nicht mehr in ihr Bild passt. Du wendest dich von Menschen ab, weil du auf einmal merkst, wie müde du nach diesen Treffen bist. 

Und auf einmal stellst du andere Fragen: 

Möchte ich diese Freundschaft noch? 

Möchte ich meinen Job noch?

Möchte ich diese Stadt noch? 

Möchte ich dieses Land noch? 

Möchte ich meine Ehe noch? 

Die letzten sechs Jahre habe ich mein ganzes Leben auf den Kopf gestellt und irgendwie auch nicht …

Denn wenn ich ehrlich auf diese Zeit zurückblicke, habe ich alles losgelassen, was nicht mehr zu mir gepasst hat — nicht weil andere sich verändert haben, sondern weil ich wieder zu mir zurückgekommen bin.

Ich habe mich nach so vielen Jahren wiedergefunden. Und dann ist es auch völlig normal, dass sich auch dein Umfeld ändert. Weil du Antworten suchst auf Fragen, die du vorher nicht gestellt hast. Weil du dachtest, du hast dir dein perfektes Leben aufgebaut. Nur um dann zu merken, dass es sich gar nicht so gut anfühlt, wie du immer gehofft hast. 

Je mehr ich von dieser Schwere losgelassen habe, desto mehr Platz gab es wieder für Spaß. Am Anfang waren es die kleinen Dinge: ein Eichhörnchen, ein Regenbogen, ein Kalb das mit einem Hasen spielte, Lagerfeuer, immer mehr Zeit nur für mich und meine Gedanken. Dankbarkeit kam zurück und es fühlte sich so gut an.

Was mir half — vor allem in der Zeit vor dem Einschlafen (hier lief mein Kopf immer auf Hochtouren) — war es, einfach nur den heutigen Tag durchzugehen: Was hat mir Spaß gemacht und wofür bin ich heute dankbar? Nicht gestern, nicht morgen, nicht “Was habe ich vergessen” — einfach nur: Was hat mir heute Freude gemacht? Und mir sind am Anfang keine drei Dinge eingefallen. Je regelmäßiger du genau das machst, wird dein Kopf schon tagsüber Dinge suchen, die Spaß machen. Probiere es gerne aus, denn es gibt noch einen positiven Effekt: früher habe ich stundenlang gegrübelt und konnte nicht schlafen — mit dieser Übung schlafe ich in unter fünf Minuten ein und dann auch noch mit schönen Gedanken ✨

So trainierst du deinen Geist auf das Positive und Spaß findet wieder leichter in dein Leben. 

Jetzt meine Frage an dich: Woran hast du wirklich Spaß? Wobei vergisst du die Zeit? Und wenn du deine Antwort gefunden hast: Mache mehr davon 🤣

Wirklich!

Ich habe mir am Anfang jeden Tag einen Termin im Kalender gesetzt, weil ich immer wieder in meine alte Routine gerutscht bin. Unbewusst. Und ja, ich arbeite auch gerne, aber es darf auch wieder andere Themen in meinem Leben geben. Und wenn mir ein Termin im Kalender hilft, warum nicht? Hauptsache, wir haben wieder mehr Freude im Leben. 

Wenn du Lust hast, teile in den Kommentaren gerne mit uns, was dir täglich mehr Freude in dein Leben bringt. Vielleicht hilft es dem ein oder anderen, sich wieder daran zu erinnern oder neue Dinge auszuprobieren. Lasst uns wieder mehr Lachen. Gemeinsam.

Ganz viel Liebe und dir eine tolle Zeit. Wir lesen uns in zwei Wochen wieder.

Deine Susanne

Möchtest du mich persönlich und unsere Community kennenlernen?

Dann schreibe mir eine Mail und komme unverbindlich beim nächsten digitalen Kaffee in unseren Inner Circle. Ich freue mich auf dich.


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